Wer eine Gehaltserhöhung berechnen möchte, sollte auch wissen, wie die Erhöhung das Brutto- und Nettogehalt beeinflusst. Bestimmte Prozentangaben können unterschiedliche Auswirkungen haben, besonders unter Berücksichtigung der Steuerklasse, Lohnsteuer, Sozialversicherungsbeiträgen und weiteren Beiträgen. In diesem Artikel erfährst Du mehr über die richtige Formel zur Berechnung, warum man überhaupt eine Gehaltserhöhung berechnen sollte und welche Methoden es gibt.
Das Wichtigste in Kürze:
- Gehaltserhöhung berechnen lohnt sich
- Gehaltserhöhungen wirken sich unterschiedlich auf das Nettogehalt und Jahresgehalt aus.
- Gehaltsrechner helfen, die Folgen bestimmter Umstände zu simulieren.
- Gute Vorbereitung auf die Gehaltsverhandlung zahlt sich aus.
Gehaltserhöhung 2026: Aktuelle Entwicklung in Deutschland
Die Gehaltsentwicklung 2026 zeigt eine deutliche Beruhigung im Vergleich zu den Vorjahren. Laut der Kienbaum-Gehaltsprognose planen deutsche Unternehmen für 2026 durchschnittlich eine Gehaltserhöhung von 3,1 Prozent – nach 3,8 Prozent (2025) und 4,7 Prozent (2024). Diese Normalisierung liegt vor allem an der gesunkenen Inflation, die 2026 nur noch bei etwa 1,9 bis 2,2 Prozent erwartet wird.
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Branchen-Unterschiede bei Gehaltserhöhungen 2026
Die Höhe der Gehaltserhöhung variiert je nach Branche erheblich. Während die Immobilienwirtschaft mit 3,7 Prozent und die IT-Branche mit 3,3 Prozent überdurchschnittliche Steigerungen erwarten, liegt die Automobilindustrie mit nur 2,4 Prozent deutlich darunter. Unternehmen in wirtschaftlich herausfordernden Situationen planen mit etwa 2,3 Prozent, während optimistisch aufgestellte Firmen rund 3,3 Prozent einkalkulieren.
Laut einer Studie von Robert Walters erwarten 40 Prozent der Arbeitnehmer eine Gehaltserhöhung für 2026. Allerdings zeigen sich auch 40 Prozent bereit, den Job zu wechseln, falls die Erhöhung ausbleibt. Für Arbeitnehmer bedeutet dies: Wer seine Gehaltserhöhung berechnet und gut vorbereitet in die Verhandlung geht, hat 2026 realistische Chancen auf eine Steigerung, die über der Inflation liegt.
Die prozentuale Gehaltserhöhung berechnen
Um eine Gehaltserhöhung berechnen zu können, braucht es eine Formel. Das neue Bruttogehalt ergibt sich, indem der aktuelle Lohn mit dem gewünschten Prozentwert multipliziert wird. Dazu addiert man 1 zum Prozentsatz in der Dezimalschreibweise. Zum Beispiel: Eine 5-prozentige Erhöhung bedeutete eine Multiplikation mit 1,05.
Beispielrechnung
Florian hat ein Gesamtgehalt von 4.000 Euro im Monat. Er möchte seine Gehaltserhöhung berechnen. Eine Gehaltserhöhung um 5 Prozent ergibt dann ein neues Brutto von 4.200 Euro. Rechnet man dies aufs Jahr hoch, bedeutet dies eine Steuerung des Jahresgehalts auf 50.400 Euro.
Durch einen Gehaltsrechner kann Florian den Unterschied zwischen Brutto- und Nettogehalt sichtbar machen. Florian ist in der Steuerklasse I und hat keine Kinder. „Für ihn bleibt bei den Sozialabgaben 2026 (Krankenversicherung 14,6% + Zusatzbeitrag 2,9%, Rentenversicherung 18,6%, Pflegeversicherung 3,6%, Arbeitslosenversicherung 2,6%) ein Nettoverdienst von etwa 2.630 Euro statt 2.490 Euro. Das bedeutet, dass von den 200 Euro mehr brutto rund 140 Euro netto übrig bleiben – etwa 70 Prozent der Brutto-Erhöhung landen tatsächlich auf dem Konto.“
Warum sollte man die Gehaltserhöhung berechnen?
Viele Arbeitnehmer freuen sich über eine Gehaltserhöhung. Oft bleibt die Überraschung nicht aus, wenn die Abrechnung dann da ist. Der Brutto-Zuwächse ist zwar da, aber auf dem Konto landet deutlich weniger. Durch das steigende Einkommen steigen auch Sozialabgaben, Lohnsteuer und weitere Abzüge an. Gerade bei der Lohnerhöhung von 3 Prozent, 5 Prozent oder 7 Prozent sind die Unterschiede nicht linear. Eine Erhöhung von 3 Prozent kann nur rund 80 Euro netto pro Monat ausmachen, während eine 7-prozentige Erhöhung etwa 200 Euro oder mehr bedeuten könnte. Diese Prozente sind aber abhängig von bestimmten Faktoren, wie Lohnsteuerklasse, Sozialabgaben, Kinderfreibetrag oder ähnlichen Kürzungen. Nur wer seine Gehaltserhöhung berechnet, kann sich im Vorfeld ein realistisches Bild vom tatsächlichen Gewinn machen. Das schützt vor Enttäuschungen und hilft bei der strategischen Vorbereitung auf ein Gehaltsgespräch.
Wie man eine Gehaltserhöhung berechnen kann
Es gibt drei verschiedene Methoden, mit denen man eine Gehaltserhöhung berechnen kann. Welche Methode es ist, hängt von der Zielsetzung ab, die man verfolgt.
- Prozentuale Methode:
Bei dieser Methode wird der bestehende Bruttolohn mit einem festgelegten Prozentsatz berechnet. Eine 5-Prozent-Erhöhung bei einem Lohn von 4.000 Euro ergibt in diesem Fall dann 4.200 Euro monatlich.
- Absolute Erhöhung:
Hier wird ein fester Betrag zum bestehenden Bruttoeinkommen hinzugefügt. Sollten es beispielsweise genau 250 Euro mehr im Monat sein, kommt man auf 4.250 Euro, unabhängig vom Prozentanteil.
- Zielorientierte Methode:
Wer ein bestimmtes Wunschgehalt hat, beispielsweise 4.500 Euro, kann ermitteln, welchen Prozentwert oder Betrag der Beschäftigte benötigt, um dort anzukommen. Diese Variante ist in der Gehaltsverhandlung besonders hilfreich, da sie eine klare Richtung vorgibt und nicht auf Schätzungen basiert.
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Faktoren, die das Netto nach der Gehaltserhöhung beeinflussen
Durch bestimmte Kürzungen ist der tatsächliche Nettolohn anders als das Bruttogehalt. Wer seine Gehaltserhöhung berechnen möchte, sollte die Einflussfaktoren berücksichtigen. Besonders die Steuergruppe beeinflusst die Einkommensteuer und den Solidaritätszuschlag. Hinzu kommen die Beiträge für die Sozialversicherung. Hierunter fallen Abzüge für die Renten-, Kranken-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung.
Konkrete Sozialabgaben 2026
Die Beitragssätze für 2026 sind gesetzlich festgelegt: Krankenversicherung 14,6 Prozent (plus durchschnittlicher Zusatzbeitrag von 2,9 Prozent), Rentenversicherung 18,6 Prozent, Pflegeversicherung 3,6 Prozent (4,2 Prozent für Kinderlose ab 23 Jahren) und Arbeitslosenversicherung 2,6 Prozent. Diese Beiträge werden in der Regel hälftig zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer aufgeteilt. Wichtig zu wissen: Ab einem monatlichen Bruttogehalt von 8.450 Euro greift die Beitragsbemessungsgrenze – darüber hinausgehende Beträge sind sozialversicherungsfrei, erhöhen aber die Steuerlast.
Der individuelle Zusatzbeitrag zur Krankenkasse variiert je nach Anbieter. Der Arbeitgeber kann, etwa zur Krankenversicherung, einen Arbeitgeberanteil leisten. Außerdem spielen regionale Unterschiede eine Rolle. In manchen Bundesländern gelten unterschiedliche Sätze. Auch persönliche Umstände sind entscheidend. Für ein Ehepaar kann sich der Nettoverdienst anders entwickeln als beispielsweise für Alleinerziehende. Wer nebenbei einen Minijob ausübt, muss darauf achten, dass dieser das Hauptgehalt nicht steuerlich belastet. Der Auszahlungsbetrag hängt also von mehr als nur dem neuen Bruttolohn ab. Wer alle Faktoren kennt, kann die Gehaltserhöhung berechnen oder realistisch einschätzen.
Nutzung von Gehaltserhöhung Rechnern
Wer eine Gehaltserhöhung berechnen möchte, sollte einen Gehaltsrechner nutzen. Diese zeigen schnell und präzise, wie sich eine Erhöhung des Gesamtgehalts auf das Nettogehalt auswirkt. Sie berücksichtigen Faktoren wie Lohnsteuerklasse, Kinderfreibetrag, Freibeträge, Kirchensteuer, Zusatzbeiträge und weitere Abgaben. Gerade vor einem Gehaltsgespräch helfen solche Rechner, verschiedene Szenarien durchzuspielen. So lässt sich der tatsächliche Effekt realistisch einschätzen und klar kommunizieren. Die Bedingungen dafür:
- aktuelles Bruttogehalt eingeben
- Steuerklasse, Kirchensteuer, Versicherungen (beispielsweise die Pflegeversicherung oder Arbeitslosenversicherung) und wöchentliche Arbeitsstunden angeben
- persönliche Daten ergänzen
Empfehlenswert sind aktuelle Gehaltsrechner von seriösen Portalen, etwa Karrierewebseiten oder Steuerexperten.
💰 Gehaltserhöhungs-Rechner 2026
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ℹ️ Berechnung: Steuerklasse I, ~40% Gesamtabzüge (Steuern + Sozialabgaben 2026)
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Bis zu 50 € steuerfreier Sachbezug pro Monat = 600 € netto pro Jahr. Ihre Mitarbeiter erhalten die volle Summe ohne Abzüge. Eine vergleichbare Netto-Wirkung würde eine Brutto-Gehaltserhöhung von ~1.000 € jährlich erfordern.
Tipps für die Gehaltsverhandlung
Eine gute Vorbereitung ist ein wichtiger Schritt für eine erfolgreiche Gehaltsverhandlung. Wer die Zahlen kennt und weiß, wie eine Erhöhung den Auszahlungsbetrag beeinflusst, tritt selbstbewusster auf. Ein klar formulierter Richtwert hilft bei einer realistischen Forderung im Gespräch. Hierbei kann es helfen, wenn man im Vorfeld die Gehaltserhöhung berechnet. Außerdem sollte beachtet werden, wie realistisch eine Lohnsteigerung angesichts der eigenen Leistungen und der allgemeinen Lohnstruktur im Unternehmen ist. Auch das Wissen um marktübliche Gehälter in den jeweiligen Branchen und Regionen kann hilfreich sein. Sollte eine Beförderung anstehen oder wenn im Jahresgespräch neu verhandelt wird, ist es wichtig, nicht nur das neue Gehalt zu nennen, sondern die Erhöhung verständlich zu begründen. Hier können beispielsweise gewachsene Aufgaben oder messbare Erfolge als Argument verwendet werden. Zudem sollte man offen für Alternativen bleiben. Sollte eine sofortige Erhöhung nicht möglich sein, können mehr Urlaubstage sowie Boni oder Zuschläge als Zwischenlösung verhandelt werden.
Neue Transparenz ab Juni 2026
Ein wichtiger Meilenstein für Gehaltsverhandlungen: Ab dem 7. Juni 2026 tritt die EU-Entgelttransparenzrichtlinie in Kraft. Unternehmen müssen dann Gehaltsspannen bereits in Stellenanzeigen oder vor dem Bewerbungsgespräch offenlegen. Zudem erhalten Arbeitnehmer ein Auskunftsrecht über die durchschnittliche Vergütung vergleichbarer Positionen. Diese neue Transparenz stärkt die Verhandlungsposition erheblich – nutze diese Informationen, um deine Forderung mit Marktdaten zu untermauern.
Fazit
Wer seine Gehaltserhöhung berechnen möchte, sollte sich nicht nur auf das Plus im Bruttogehalt konzentrieren, sondern auch auf tatsächliche Auswirkungen im Nettoverdienst achten. Je nach Steuergruppe, Kinderfreibetrag, Sozialversicherungsbeiträgen und weiteren Kürzungen kann die Netto-Steigerung deutlich geringer ausfallen als im ersten Moment gedacht. Ein genauer Blick auf die Zahlen, zum Beispiel mithilfe eines Gehaltermittlers, hilft, Enttäuschungen zu vermeiden und realistische Erwartungen für das nächste Gehaltsgespräch zu entwickeln. Die Gehaltsverbesserung wirkt sich auf das gesamte Jahreseinkommen, aber auch auf Freibeträge, Lohnsteuer und zukünftige Beiträge im Steuerjahr aus. Wer alle Faktoren berücksichtigt, kann gut vorbereitet in das Gespräch mit dem Arbeitgeber gehen und die Erfolgschancen erhöhen.