Unser Kundenservice ist am 16.02. den gesamten Tag telefonisch nicht erreichbar, bitte hier kontaktieren.

Zeiterfassung

Eldo Hell
Belonio Benefit-Experte
Eine Uhr steht im Vordergrund, während im Hintergrund eine Person die Zeiterfassung der Arbeitszeit einträgt
Inhalt
Alle Neuigkeiten rund um HR & Benefits - Jetzt Newsletter abonnieren!

Mit der Zeiterfassung halten Unternehmen und Mitarbeitende fest, wie lange tatsächlich gearbeitet wurde. Die zulässigen Arbeitszeiten sind in Deutschland im Arbeitszeitgesetz geregelt. Für die Aufzeichnung gibt es heute viele Wege, analoge wie digitale. Welcher davon passt, sollte jedes Unternehmen bewusst entscheiden, denn seit dem Beschluss des Bundesarbeitsgerichts von 2022 sind Arbeitgeber zur Arbeitszeiterfassung verpflichtet.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Die Zeiterfassung hält die geleistete Arbeitszeit systematisch fest, inklusive Pausen, Überstunden und Fehlzeiten.
  • Schon nach geltendem Recht müssen Arbeitgeber die gesamte Arbeitszeit dokumentieren. Grundlage sind ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs von 2019 und ein Beschluss des Bundesarbeitsgerichts von 2022.
  • Eine eigene gesetzliche Ausgestaltung im Arbeitszeitgesetz fehlt bisher. Für Juni 2026 ist ein Entwurf angekündigt, der die elektronische Dokumentation verpflichtend machen soll.
  • Unternehmen gewinnen Übersicht, Mitarbeitende profitieren von einer fairen Abrechnung ihrer Stunden.

Was wird bei der Zeiterfassung erfasst?

Ein eigenes System oder Terminal dokumentiert weit mehr als die reine Anwesenheit. Neben den Arbeitszeiten gehören dazu auch folgende Daten.

Wie können wir dir helfen?

Mit unserem Chatbot jetzt schnell die passende Lösung finden.

  • Arbeitspausen
  • Fehlzeiten
  • Überstunden
  • Weiterbildungszeiten
  • Urlaubszeiten und Resturlaub

Aus diesen Angaben lassen sich später Auswertungen erstellen. Die Verantwortlichen sehen jederzeit, wer ein ausgeglichenes Zeitkonto hat, wer zu viel arbeitet und wer zu wenig.

Ist Zeiterfassung Pflicht? Die Rechtslage 2026

Ja. Die Pflicht besteht bereits heute, auch ohne ein eigenes Zeiterfassungsgesetz. Sie leitet sich aus zwei Entscheidungen ab.

Der Europäische Gerichtshof verpflichtete 2019 alle Mitgliedstaaten, Arbeitgeber zur systematischen Arbeitszeiterfassung anzuhalten. Das Bundesarbeitsgericht folgte 2022 mit einem Beschluss und stellte klar, dass Arbeitgeber schon nach geltendem Recht die gesamte Arbeitsdauer aufzeichnen müssen. Hergeleitet wird das aus dem Arbeitsschutzgesetz.

Im Arbeitszeitgesetz selbst ist bisher nur die Dokumentation von Mehrarbeit sowie von Sonn- und Feiertagsarbeit vorgeschrieben. Eine umfassende, konkret ausgestaltete Pflicht fehlt dort noch. Das soll sich ändern. Für Juni 2026 wurde ein Gesetzentwurf angekündigt, der die elektronische Dokumentation von Beginn, Ende und Dauer der täglichen Arbeitszeit vorschreibt und an eine flexiblere Höchstarbeitszeit koppelt.

Nach dem geplanten Stand sollen Kleinstbetriebe mit weniger als zehn Mitarbeitenden weiterhin analog erfassen dürfen. Die Aufzeichnung lässt sich an die Mitarbeitenden delegieren, die Verantwortung bleibt aber beim Arbeitgeber. Ein unmittelbares Bußgeld allein für eine fehlende Aufzeichnung der Arbeitsdauer gibt es derzeit nicht. Die Aufsichtsbehörde kann eine Erfassung jedoch anordnen, und wer dieser Anordnung nicht folgt, riskiert ein Bußgeld von bis zu 30.000 Euro.

2406 Mitarbeiterbenefits

Die besten Mitarbeiterbenefits

Mit dem passenden Mitarbeiterbenefit steuerfreie Sachbezüge nutzen und die individuelle Wertschätzung fördern. Erfahre in unserem kostenlosen Whitepaper mehr über den passenden Benefit.

Methoden der Zeiterfassung

Manche Verfahren sind einfach und seit Jahrzehnten im Einsatz, andere speichern große Datenmengen und sind ortsunabhängig nutzbar. Mit der Pflicht zur Arbeitszeiterfassung stehen viele Betriebe vor der Frage, welches System zu ihnen passt.

Stempeluhr

Die Stempeluhr ist ein einfaches Gerät. Mitarbeitende stempeln sich zu Arbeitsbeginn ein und zum Feierabend aus. Frühere Karten bestanden aus Papier, heute übernehmen Modelle mit Chip die digitale Aufzeichnung.

Stundenzettel

Auf dem Stundenzettel tragen Mitarbeitende ihre Abwesenheiten, Arbeitsdauer und -pausen selbst ein und reichen ihn in der Personalabteilung ein. Der Zettel kann sowohl digital als auch in gedruckter Form geführt werden. Allerdings lässt sich eine solche Aufzeichnung leicht manipulieren, weil kein System dahintersteht.

Tabelle in Excel

Viele kleine Betriebe dokumentieren Zeiten in Excel. Das ist günstig und schnell eingerichtet. Sicher und manipulationssicher ist diese Methode aber nicht, und für die geplante elektronische Pflicht dürfte eine reine Tabelle künftig nicht mehr genügen.

Elektronische Zeiterfassung

Die elektronische Zeiterfassung ist die Weiterentwicklung der Stempeluhr. Mitarbeitende melden sich an Terminals an und ab, oft per Chipkarte. Alle Daten landen in einer Datenbank und sind jederzeit einsehbar.

Erfassung per Fingerabdruck

Beim biometrischen Verfahren melden sich Beschäftigte mit ihrem Fingerabdruck an oder ab. Die Software ordnet die Daten automatisch dem richtigen Profil zu. Beim Datenschutz ist dieses Verfahren besonders heikel, weil biometrische Daten betroffen sind.

Mobile Zeiterfassungssoftware

Für verteilte Teams eignet sich eine mobile Software zur Zeiterfassung. Sie läuft auf Tablet oder Smartphone und funktioniert überall dort, wo eine Internetverbindung besteht. Damit erfassen auch Mitarbeitende ihre Stunden, die nicht an einen festen Arbeitsplatz gebunden sind.

Projektzeiterfassung

Bei der Projektzeiterfassung werden Stunden nicht nur insgesamt, sondern einzelnen Projekten oder Aufgaben zugeordnet. So sehen Unternehmen, wie viel Aufwand ein Auftrag tatsächlich kostet, und kalkulieren genauer. Diese Art, Arbeitsdauer zu dokumentieren, eignet sich vor allem für Agenturen, Kanzleien und Dienstleister, die nach Aufwand abrechnen.

Die besten Mitarbeiterbenefits Mit dem passenden Mitarbeiterbenefit steuerfreie Sachbezüge nutzen und die individuelle Wertschätzung fördern. Erfahre in unserem kostenlosen Whitepaper mehr über den passenden Benefit.

Zeiterfassung im Homeoffice und Außendienst

Die Pflicht zur Aufzeichnung der Arbeitsdauer gilt unabhängig vom Arbeitsort. Wer von zu Hause aus arbeitet oder im Außendienst unterwegs ist, muss seine Arbeitszeit genauso dokumentieren wie im Büro. Für diese Fälle ist eine mobile Zeiterfassungssoftware sinnvoll, weil sie das Ein- und Ausstempeln per App ermöglicht. So bleiben auch verteilte Teams lückenlos erfasst, ohne dass jemand vor Ort sein muss.

Auswertung und Transparenz

Der eigentliche Nutzen entsteht aus der Auswertung der Daten. Aus den festgehaltenen Stunden lassen sich Zeitkonten, Mehrarbeit und Urlaubsansprüche ablesen. Solche Auswertungen helfen der Personalabteilung und den Mitarbeitern bei der Planung und zeigen, welche Bereiche dauerhaft überlastet sind.

Gleichzeitig schafft eine saubere Dokumentation Transparenz. Mitarbeitende sehen ihre eigenen Stunden, und im Streitfall dient die Aufzeichnung als Nachweis. Das wirkt in beide Richtungen und schützt die Belegschaft vor unbezahlter Mehrarbeit und das Unternehmen vor falschen Behauptungen.

Worauf Unternehmen bei der Zeiterfassung achten sollten

Vor der Einführung eines Systems lohnt ein Blick auf einige Punkte.

  • Der Datenschutz muss stimmen. Je mehr Daten dokumentiert werden, desto wichtiger sind klare Regeln zu Zweck, Speicherdauer und Zugriff. Den Mitarbeitern gegenüber sollte offenliegen, welche Daten erhoben werden.
  • Gibt es einen Betriebsrat, hat er bei der Einführung ein Mitbestimmungsrecht. Eine Betriebsvereinbarung schafft hier Klarheit.
  • Das System sollte zur Betriebsgröße und zu den Arbeitsorten passen, vom kleinen Büro bis zum mobilen Team.

Vorteile und Nachteile

Die Zeiterfassung bringt für Unternehmen und Belegschaft Vorteile, aber auch Nachteile. Für Unternehmen sprechen vor allem diese Punkte.

  • An- und Abwesenheiten, Pausen und Urlaub sind leicht zu überblicken.
  • Softwarelösungen sparen Arbeit und schaffen Übersicht.
  • Der Verwaltungsaufwand sinkt.
  • Arbeitszeiten lassen sich einzelnen Projekten zuordnen.

Dem stehen einige Nachteile gegenüber.

  • Dauernde Kontrolle kann die Stimmung und damit die Motivation drücken.
  • Mit der Menge der Daten steigt der Aufwand für den Datenschutz.
  • Anschaffung und Betrieb eines Systems kosten Geld.

Auch Mitarbeitende profitieren.

  • Mehrarbeit wird dokumentiert und fair abgerechnet.
  • Der Überblick über Resturlaub, Mehrarbeit und Abwesenheit erleichtert die Planung.

Als belastend empfinden manche das Gefühl ständiger Kontrolle. Außerdem besteht die Gefahr, dass eher die vorgeschriebene Zeit abgesessen als produktiv gearbeitet wird.

Fazit

Die Zeiterfassung ist längst Pflicht, nur die gesetzliche Ausgestaltung steht noch aus. Wer früh ein passendes System einführt, erfüllt die Vorgaben in Ruhe und gewinnt nebenbei einen besseren Überblick über die eigenen Abläufe. Die Wahl sollte zur Betriebsgröße, zu den Arbeitsorten und zum Datenschutz passen.

Häufige Fragen

Ist Zeiterfassung in Deutschland Pflicht? Ja. Arbeitgeber müssen schon heute die gesamte Arbeitsdauer dokumentieren. Das ergibt sich aus dem EuGH-Urteil von 2019 und dem BAG-Beschluss von 2022. Eine ausführliche gesetzliche Regelung im Arbeitszeitgesetz ist für 2026 angekündigt.

Muss die Zeiterfassung elektronisch sein? Nach dem angekündigten Entwurf soll die elektronische Dokumentation zum Standard werden. Kleinstbetriebe mit weniger als zehn Mitarbeitenden sollen weiterhin analog erfassen dürfen.

Gilt die Pflicht auch im Homeoffice? Ja. Die Zeiterfassung gilt unabhängig vom Arbeitsort, also auch zu Hause oder unterwegs. Eine mobile App ist dafür die einfachste Lösung.

Was droht bei fehlender Dokumentation der Arbeitszeiten? Ein eigenes Bußgeld nur für die fehlende Aufzeichnung gibt es bisher nicht. Die Aufsichtsbehörde kann die Zeiterfassung aber anordnen. Wer der Anordnung nicht nachkommt, riskiert ein Bußgeld von bis zu 30.000 Euro.

Eldo Hell
Eldo Hell versorgt die Leser:innen im Journal und Glossar mit neuen Inhalten: Was tut sich in der HR-Welt? Wie lässt sich Lohn am besten gestalten? Als studierter Germanist und Philosoph interessieren ihn besonders die gesellschaftlichen Auswirkungen und Möglichkeiten einer progressiven Lohngestaltung.
Mehr aus dem Glossar

Noch mehr HR-Wissen

12.05.2026

|

Isabel Dautel
Steuerfreie Zuschläge: So profitieren Arbeitnehmer von zusätzlichen Einnahmen
Weiterlesen
12.05.2026

|

Eldo Hell
Sachzuwendungen 2026: Aktuelle Regelungen und Best Practices für Unternehmen
Weiterlesen
12.05.2026

|

Vivian Elbers
Steuerfreie Arbeitgeberzuschüsse: Mitarbeitermotivation steigern und Personalkosten optimieren
Weiterlesen
12.05.2026

|

Eldo Hell
Sachbezugswerte 2026 – Das müssen Sie wissen
Weiterlesen
12.05.2026

|

Eldo Hell
Steuerfreier Sachbezug: Alle Infos zur Freigrenze und wie Sie Sachzuwendungen richtig einsetzen
Weiterlesen
12.05.2026

|

Isabel Dautel
Einmalprämie: Effiziente Motivationsstrategie für Unternehmen
Weiterlesen
12.05.2026

|

Isabel Dautel
Sonderbonus: Ein Anreiz für Mitarbeiterbindung und Leistung
Weiterlesen
12.05.2026

|

Isabel Dautel
Jährliche Sonderzahlung: Ihr Schlüssel zu finanzieller Entlastung und Motivation
Weiterlesen
11.05.2026

|

Isabel Dautel
14 Monatsgehälter: Die wertvolle Ergänzung zu Deinem Einkommen
Weiterlesen