Fehlzeiten
Abwesenheit von Mitarbeitern in einem Großraumbüro
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Fehlzeiten

Abwesenheit von Mitarbeitern in einem Großraumbüro

Als Fehlzeiten werden Abwesenheiten von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die vertraglich geregeltes Fernbleiben von der Arbeit wie beispielsweise im Urlaub nicht einschließen, bezeichnet. Es gibt zwei Arten von Fehlzeiten: Im Falle einer durch Krankheit oder Unfall bedingten Abwesenheit spricht man von Arbeitsunfähigkeit. Ist die Abwesenheit auf mangelnde Motivation oder Einstellung der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zurückzuführen, wird sie Absentismus genannt.

Ursachen für krankheitsbedingte Fehlzeiten

Es gibt verschiedene Krankheiten, die in Wellen auftreten und oft mehrere Mitarbeiterinnen oder Mitarbeiter gleichzeitig betreffen. Dazu zählen:

  • Erkältungen
  • Grippe
  • Corona
  • Magen-Darm-Erkrankungen 

Die Fehlzeiten sind hier meist kurz – die meisten der Beschäftigten sind nach einigen Tagen oder längstens zwei Wochen wieder an ihrem Arbeitsplatz, sodass diese krankheitsbedingten Fehlzeiten sich im Rahmen halten. Weitere Ausfälle, deren Dauer oft frühzeitig feststeht, können durch Arbeitsunfälle zustande kommen. Schwieriger wird es, wenn die Erkrankungen psychischer Natur sind, etwa:

  • Burn-out
  • Depression
  • Sucht

Hier sind die Behandlungen oft langwieriger Natur, und ihr Ausgang ist ungewiss. Die betroffenen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer fallen häufig langfristig aus. Gleiches gilt für schwere und lebensbedrohliche Erkrankungen, etwa für eine Krebserkrankung.

Laut einer repräsentativen Umfrage der AOK, geht in dessen Fehlzeiten Report 2023 basierend auf den Arbeitsunfähigkeitsmeldungen der etwa 15,1 Millionen erwerbstätigen Mitglieder der AOK in Deutschland im Jahr 2022 hervor, dass deutlich mehr Arbeitnehmende Fehltage wegen psychischer Beschwerden melden. 
Vor allem die Corona Pandemie 2019 hat Auswirkungen auf den Anstieg der Atemwegserkrankungen. So melden sich Arbeitnehmende bei der Diagnose im Schnitt durchschnittlich 7,1 Tage krank. Das sind deutliche Veränderungen der Fehltage im Vergleich zu Vorjahren. 

Einer Statistik des Bundesministeriums für Gesundheit aus Januar 2024 ist zu entnehmen, dass der Anteil der Krankschreibungen 2023 in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) durchschnittlich bei 6,76 Prozent liegt. Vor der Pandemie im Jahr 2018 lag der Anteil bei 4,28 Prozent. 

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Ursachen für einstellungsbedingte Fehlzeiten

Im Gegensatz zu Krankheiten oder Unfällen ist Absentismus meist auf betriebliche Gründe respektive das Arbeitsumfeld zurückzuführen. Die Auswirkungen können vielfältig sein, und folgende Gründe können dazu beitragen:

  • unangenehme Arbeitsbedingungen
  • über- oder unterfordernde Aufgaben
  • Mobbing
  • Perspektivlosigkeit
  • Fehlende Identifikation mit dem Unternehmen
  • das Gefühl, weder wahr- noch ernst genommen zu werden
  • schlechte Bezahlung

Wer in seinem Unternehmen hohe Fehlzeiten feststellt, ohne dass die Arbeitsunfähigkeit bei den fehlenden Mitarbeitenden einwandfrei nachgewiesen ist, sollte die Arbeitsbedingungen gründlich prüfen. Es besteht die Möglichkeit, dass ungünstige Arbeitsumgebungen, übermäßiger Stress oder unzureichende Ressourcen den Krankenstand in die Höhe treiben.

Eine sorgfältige Analyse der Unternehmenskultur, des Arbeitspensums und der Arbeitsbelastung kann dazu beitragen, potenzielle Ursachen für die vermehrten Abwesenheiten zu identifizieren. Durch gezielte Maßnahmen zur Verbesserung des Arbeitsumfelds und zur Förderung der Mitarbeitergesundheit lässt sich nicht nur der Krankenstand reduzieren, sondern auch die allgemeine Arbeitszufriedenheit und Produktivität steigern.

So lassen sich Fehlzeiten senken

Gegen einen hohen Krankenstand gibt es verschiedene Vorgehensweisen. Wichtig ist zunächst, herauszufinden, ob es sich tatsächlich um Arbeitsunfähigkeit handelt oder um Absentismus. Bei nachgewiesenen Erkrankungen oder Arbeitsunfähigkeit aufgrund von Unfällen gibt es verschiedene Ansätze:

  • höhere Hygienestandards im Unternehmen, die die Ansteckungsgefahr minimieren
  • gesunde Mahlzeiten in der Kantine
  • betriebliche Sport- oder Fitnessangebote beziehungsweise Massagen
  • bei körperlich anstrengender Arbeit Schulungen für schonende Bewegungsabläufe
  • ergonomische Einrichtung am Arbeitsplatz
  • stärkere Schutzmaßnahmen und Regeln zur Vermeidung von Arbeitsunfällen 

Kehren einzelne Mitarbeiterinnen oder Mitarbeiter nach einer langen krankheitsbedingten Fehlzeit zurück in den Beruf, erleichtern Unternehmen ihnen mit dem betrieblichen Eingliederungsmanagement den Neustart im Job. Die Belastung eines Arbeitnehmers oder einer Arbeitnehmerin wird sukzessive gesteigert, da diese durch die krankheitsbedingte Abwesenheit noch nicht von Beginn an auf dem Vorkrankheitsniveau angekommen ist. Das Eingliederungsmanagement kümmert sich um eine behutsame Wiedereingliederung der Beschäftigten.

Gesundheit fördern und Kosten sparen

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Fehlzeiten aufgrund psychischer Krankheit und Motivationsschwierigkeiten

Eine hohe Fehlzeit, etwa einer einzelnen Mitarbeiterin oder eines einzelnen Mitarbeiters, die sich durch einzelne Tage ohne Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung aufsummiert, scheint ein Motivationsproblem zugrunde zu liegen. Oft erfolgte hier bereits die innere Kündigung, der häufig auch später die reale Kündigung aufgrund der betrieblichen Umstände folgt. Unternehmen, in denen das häufig vorkommt, haben eine hohe Fluktuation. Betrifft dies Verhalten gleich mehrere Personen, sollte das als Alarmzeichen verstanden werden. Mögliche Reaktionen sind die folgenden:

  • anonymisierte Umfragen, in denen die Meinung jeder Arbeitnehmerin und jedes Arbeitnehmers zum Arbeitsumfeld abgefragt wird, inklusive der Bitte um Bewertung der Unternehmensführung, der Teamleitungen, der Stimmung und der Zusammenarbeit
  • Anbringen eines Briefkastens für anonyme Beschwerden, Feedbacks, Verbesserungsvorschläge
  • Auswertung der Reaktionen und Identifizierung der Probleme
  • Überarbeitung der Unternehmenswerte, um die Missstände zu beheben
  • Umsetzung der dringend benötigten Neuerungen
  • Transparenz hinsichtlich der Veränderungen, um die Mitarbeitenden mit ins Boot zu holen
  • Schulungen zu mehr Achtsamkeit bei unguten Verhaltensweisen, die sich über lange Zeit eingeschliffen haben
  • Ansprechpartner für die Belegschaft, an die sie sich bei Problemen mit der Arbeit, den Kolleginnen und Kollegen sowie mit den Vorgesetzten wenden können

In einem Arbeitsumfeld, in dem die Belegschaft mit einbezogen und wertschätzend behandelt wird, ist der Krankenstand meist niedrig. Wer seine Mitarbeitenden in Unternehmensentscheidungen mit einbezieht, ihnen ein angenehmes Arbeitsumfeld ermöglicht und sie auf einem passenden Level fördert und fordert, steigert ihre Motivation und reduziert die Fehlzeiten.

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