Arbeitsplatzgestaltung ist so viel mehr als nur ein schöner Schreibtisch und ein cooler Stuhl. Sie beeinflusst direkt, wie gut Mitarbeitende arbeiten, wie wohl sie sich fühlen und wie sehr sie sich mit ihrem Unternehmen identifizieren. Unternehmen investieren deshalb zunehmend Zeit und Geld in die Gestaltung der Arbeitsplätze, um ein Umfeld zu schaffen, in dem Beschäftigte gerne sind, ihre Stärken entfalten und kreative Ideen entstehen können. Das körperliche und emotionale Arbeitsumfeld wirkt sich positiv auf Motivation, Produktivität und Wohlbefinden aus. Die Ergonomie spielt dabei eine zentrale Rolle, denn sie schützt unsere Gesundheit und steigert die Leistungsfähigkeit. Ob im klassischen Büro, im Coworking-Space oder im Homeoffice, wie Menschen Räume erleben und wie sie strukturiert sind, beeinflusst maßgeblich, wie sie sich fühlen und wie effektiv Aufgaben erledigt werden können. Betrachtet man das Ganze nicht nur ästhetisch, sondern auch ganzheitlich wird klar, dass ein gut gestalteter Arbeitsplatz ein strategischer Erfolgsfaktor für einzelne Mitarbeitende und das ganze Unternehmen ist.
Das Wichtigste in Kürze:
- Die Arbeitsplatzgestaltung umfasst alle Maßnahmen des Arbeitgebers zur Schaffung eines angenehmen Arbeitsumfelds, wobei die Berücksichtigung ergonomischer Prinzipien Motivation, Produktivität und Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter steigert.
- Gesetzliche Vorschriften und Unfallverhütungsmaßnahmen verpflichten Unternehmen zur Einhaltung ergonomischer Standards, deren Umsetzung von Berufsgenossenschaften überwacht wird.
- Eine durchdachte Arbeitsplatzgestaltung, die auch Aspekte des Homeoffice und die Einbindung des Betriebsrats berücksichtigt, kann ein bedeutender Faktor im Employer Branding sein und zur Attraktivität des Arbeitgebers beitragen.
Ergonomische Arbeitsplatzgestaltung
Die Ergonomie ist die Lehre von der Gestaltung des Arbeitsplatzes für den Menschen, ohne dass sich der Mensch im Gegenzug zu stark an den Arbeitsplatz anpassen muss. Ergonomische Arbeitsbedingungen senken körperliche Belastungen, denen die Angestellten bei der Ausübung ihres Berufs an ihren Arbeitsplätzen ausgesetzt sind. Diese können sehr unterschiedlich aussehen, möglich sind etwa:
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- repetitive Bewegungen
- Heben schwerer Lasten
- schmerzhafte oder ermüdende Körperhaltungen
- Chemikalien, Rauch, Staub oder Dämpfe
- Lärm und/oder Vibrationen
Die schädlichen Auswirkungen am Arbeitsplatz sind bei manchen Berufen schneller spürbar als bei anderen – wer etwa dauerhaft starkem Lärm ausgesetzt ist, leidet unter stärkerer Belastung als Angestellte, die an einem Schreibtisch arbeiten. Allerdings haben auch das stundenlange Sitzen jeden Tag und der dauernde Blick auf den Monitor negative Auswirkungen auf die physische und psychische Gesundheit der Mitarbeitenden. Daher ist die Gestaltung einer ergonomischen Arbeitsumgebung zur Vorbeugung gegen Berufskrankheiten so wichtig – auch für Faktoren wie die Produktivität (allgemeine Leistungsfähigkeit) und Motivation.
Vorschriften zur Arbeitsplatzgestaltung
Eine ergonomische Arbeitsplatzgestaltung ist nicht nur für Arbeitgeber und Arbeitnehmer wie Arbeitnehmerinnen vorteilhaft, sondern gesetzlich vorgeschrieben: Zahlreiche Unfallverhütungsvorschriften und Arbeitsschutzgesetze sind erlassen worden, um die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in ihrer psychischen und körperlichen Unversehrtheit zu erhalten. Die Einhaltung der Unfallverhütungsvorschriften wird von den Berufsgenossenschaften überwacht, und bei Nichteinhaltung drohen empfindliche Ordnungsstrafen. Die Arbeitsschutzgesetze hingegen gehen mit verschiedenen Verordnungen für Arbeitsplätze einher, etwa:
- Baustellenverordnung
- Lärm- und Vibrations-Arbeitsschutzverordnung
- Arbeitsstättenverordnung
- Betriebssicherheitsverordnung
- Bildschirmarbeitsverordnung
Zudem sind Unternehmen dazu verpflichtet, ihre Mitarbeitenden regelmäßig zu den Themen Gesundheitsschutz und Arbeitssicherheit zu schulen.
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Arbeitsplatzgestaltung und Betriebsrat
Möchte ein Unternehmen mit Betriebsrat Veränderungen an den Arbeitsplätzen vornehmen, muss dieser im Vorfeld unterrichtet werden und hat Beratungsrechte. Sieht der Betriebsrat, dass die geplanten Veränderungen am Arbeitsplatz nicht zur angestrebten menschengerechten Gestaltung der Arbeitsumgebung beitragen, steht es ihm frei, verschiedene Maßnahmen vorzuschlagen, die die anfallende Belastung abwenden, mildern oder ausgleichen. Der Arbeitgeber muss sich nicht zwingend darauf einlassen, doch falls beide Parteien sich nicht einigen können, sind sie verpflichtet, die Einigungsstelle anzurufen.
Arbeitsplatzgestaltung im Homeoffice
Die Gestaltung eines guten Arbeitsplatzes im Homeoffice ist heute ein wichtiges Thema, da immer mehr Mitarbeitende regelmäßig oder dauerhaft von zu Hause arbeiten. Dabei spielen ergonomische Arbeitsbedingungen eine große Rolle. Faktoren wie ein richtig eingestellter Stuhl, ein höhenverstellbarer Schreibtisch und eine korrekte Bildschirmposititonen reduzieren körperliche Beschwerden und helfen, entspannt und lange konzentriert zu arbeiten. Eine ergonomische Einrichtung schützt nicht nur die Gesundheit, sondern kann auch die Produktivität steigern. Außerdem beeinflussen Ordnung, Licht und Umgebung im Homeoffice, wie sehr sich die Angestellten fühlen und wie fokussiert sie sind. Eine klare Zone nur für die Arbeit lässt Beschäftigte mental schneller in den Arbeitsmodus kommen. Eine gute Gestaltung verbessert die Stimmung und Motivation. Wichtig ist auch, regelmäßige Pausen und Bewegung einzubauen, um langfristig die Leistungsfähigkeit zu erhalten und nicht nur kurzfristig effizient zu arbeiten.
Arbeitsplatzgestaltung als Employer Branding
Eine möglichst angenehme und auf Ergonomie bedachte Gestaltung der Arbeitsplätze kann ein Aushängeschild für einen Arbeitgeber sein. Erfahren begehrte Fachkräfte, wie komfortabel der Arbeitsalltag in einem Unternehmen für sie ablaufen kann und wie sehr dieser Arbeitgeber auf ihre Gesundheit bedacht sein wird, kann das ein Pluspunkt bei der Entscheidung zur Bewerbung sein: Wer seine Belastung im Job gesehen und aufgefangen fühlt, spürt auch mehr Wertschätzung vonseiten des Arbeitgebers. Eine genaue Beschreibung des ergonomischen Arbeitsplatzes kann also ebenso von Vorteil sein wie Arbeitgeberbewertungen vonseiten der aktuellen oder ehemaligen Mitarbeitenden, die auf das positive Arbeitsumfeld hinweisen.
Fazit
Ein Arbeitsplatz der durchdacht gestaltet ist, kann viel bewirken. Die Arbeitsplatzgestaltung fördert nicht nur die Gesundheit und Sicherheit der Beschäftigten, sondern hat auch einen direkten Einfluss darauf, wie motiviert und effizient Menschen arbeiten. Eine gute Arbeitsumgebung steigert die Produktivität und die Zufriedenheit. Gleichzeitig ist die Arbeitsplatzgestaltung mehr als nur funktional. Sie ist ein Ausdruck der Unternehmenskultur und ein starkes Instrument im Employer Branding. Wenn Mitarbeitende sehen, dass ihr Wohlbefinden ernst genommen wird, steigt die Bindung an das Unternehmen und das Betriebsklima profitiert. Natürlich erfordert eine optimale Arbeitsplatzgestaltung eine sorgfältige Planung. Hierrunter fallen beispielsweise die Beleuchtung über ergonomische Möbel oder Berücksichtigung individueller Bedürfnisse. Es lohnt sich jedoch. Gut gestaltete Arbeitswelten machen den Unterschied zwischen einem Job, den man nur erledigt und einem Umfeld, in dem man inspiriert, gesund und leistungsstark arbeiten kann.