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Innere Kündigung

Eldo Hell
Belonio Benefit-Experte
Mitarbeiterin ist durch ihre innere Kündigung lustlos und unmotiviert
Inhalt
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Die innere Kündigung ist eine mentale Abkehr vom Job, ohne ihn tatsächlich ganz aufzugeben. Der Arbeitnehmer oder die Arbeitnehmerin agieren lustlos, macht gerade noch das Nötigste und bringt sich nicht mehr gegenüber dem Arbeitnehmer ein. Häufig geht die innere Kündigung der tatsächlichen Kündigung voraus. Daher ist es gut, wenn die Vorgesetzten die Anzeichen deuten und gegensteuern können.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Die innere Kündigung beschreibt eine mentale Abkehr vom Job, bei der Mitarbeiter lustlos agieren und nur noch das Nötigste tun, ohne das Arbeitsverhältnis offiziell zu beenden.
  • Ursachen sind oft Unzufriedenheit im Unternehmen, etwa durch Perspektivlosigkeit, mangelnde Anerkennung, schlechtes Vorgesetztenverhalten, Konflikte, ungünstige Arbeitsbedingungen oder Unterbezahlung.
  • Führungskräfte können Anzeichen wie nachlassende Pünktlichkeit oder fehlendes Engagement frühzeitig erkennen.
  • Ein offenes Mitarbeitergespräch und die Beseitigung der Ursachen sind entscheidend, um den Mitarbeiter zu halten und eine tatsächliche Kündigung zu verhindern.

Ursachen für die innere Kündigung

Wenn Mitarbeitende, die zunächst motiviert und engagiert gewesen sind, kein Interesse mehr für den Job aufbringen und nur noch Dienst nach Vorschrift machen, begeben sie sich in die innere Kündigung. Das kann viele verschiedene Gründe haben, etwa:

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  • Perspektivlosigkeit
  • fehlende Anerkennung
  • unangemessenes Verhalten von Vorgesetzten und Kollegen beziehungsweise Kolleginnen bis hin zum Mobbing
  • Konflikte am Arbeitsplatz
  • unangenehme Arbeitsbedingungen
  • Unter- oder Überqualifikation
  • Unterbezahlung
  • schwierige Vereinbarkeit von Familie und Beruf
  • private Probleme

Die Ursachen für die innere Kündigung liegen in den meisten Fällen in Unzufriedenheit mit der Situation im Unternehmen. Daher können Führungskräfte in vielen Fällen der inneren Kündigung bei ihren Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen entgegenwirken, damit diese gar nicht erst „innerlich kündigen“.

Innere Kündigung erkennen

Es ist für Vorgesetzte nicht einfach festzustellen, ob sich jemand ihrer Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen innerlich vom Job abwendet: Jeder Mensch hat einmal schlechte Phasen oder ist abgelenkt. Hinzu kommt, dass die Betroffenen einer inneren Kündigung in den meisten Fällen das selbst nicht sofort identifizieren und die Anzeichen deuten – sie ist zunächst ein unbewusster Prozess.

Wenn ein Mitarbeiter oder eine Mitarbeiterin zunächst Eigeninitiative, Eifer und Interesse zeigt und dann für längere Zeit in einem Zustand der Interesselosigkeit ohne Motivation verharrt, sollten die zuständigen Führungskräfte aufmerksam werden: Es kann sich um die innere Kündigung handeln. Zunächst können sie das Verhalten der betreffenden Person beobachten:

  • Wie steht es um ihre Pünktlichkeit?
  • Bringt sie sich bei Diskussionen noch mit ein?
  • Zeigt sie Interesse an der Arbeit?
  • Lässt sie andere Leute Aufgaben aus ihrem Kompetenzbereich übernehmen?
  • Wird nur noch Dienst nach Vorschrift gemacht?

Ist klar erkennbar keine Motivation mehr vorhanden, sollten die Vorgesetzten schnell handeln: Innerlich hat sich diese Person bereits von ihrem Job abgewendet, und oft folgt später auch die schriftliche Kündigung.

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Der inneren Kündigung entgegentreten

Möchten Führungskräfte die entsprechenden Mitarbeitenden halten, sollten sie aktiv werden: Zunächst steht ein Mitarbeitergespräch an, um den Ursachen für die Unzufriedenheit auf den Grund zu gehen. Wichtig ist dabei, offen und verständnisvoll zu agieren und aktiv nach Lösungen zu suchen. Es gibt Situationen, in denen das nicht gut oder gar nicht klappt – etwa, wenn die innere Kündigung des Arbeitnehmers oder der Arbeitnehmerin mit genau den Vorgesetzten zusammenhängt, die dieses Gespräch führen. In anderen Fällen kann eine Veränderung der Situation das Gefühl am Arbeitsplatz durchaus wieder verbessern – etwa durch eine Förderung, durch eine Gehaltserhöhung oder durch einen Einsatz in einem anderen Team.

Innere Kündigung entsteht seltener bei aktivem HR-Management

Gibt es ein aktives und engagiertes HR-Management im Unternehmen, fällt Unzufriedenheit in der Belegschaft schneller auf, da die einzelnen Angestellten mehr im Fokus stehen. Zudem werden die Vorgesetzten hier dazu angehalten, auf Talente und Über- oder Unterforderung in ihren Teams zu achten. Auch Animositäten unter Kollegen und Kolleginnen kommen hier schneller zur Sprache, weil die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen Ansprechpartner haben. Kurz: Wer sich eingehend und aufmerksam um seine Belegschaft kümmert, kann die innere Kündigung der Angestellten häufig verhindern. Förderung, Wertschätzung, eine gesunde Feedbackkultur und ein offenes Ohr für Vorschläge und Probleme helfen hier weiter.

Eldo Hell
Eldo Hell versorgt die Leser:innen im Journal und Glossar mit neuen Inhalten: Was tut sich in der HR-Welt? Wie lässt sich Lohn am besten gestalten? Als studierter Germanist und Philosoph interessieren ihn besonders die gesellschaftlichen Auswirkungen und Möglichkeiten einer progressiven Lohngestaltung.
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