Fluktuation bezeichnet den Wechsel von Mitarbeitenden innerhalb eines Unternehmens. Der Begriff meint, dass Beschäftigte ihren Arbeitsplatz verlassen und neue Mitarbeitende eingestellt werden. Es gehört zum Arbeitsalltag vieler Unternehmen und ist nicht grundsätzlich negativ anzusehen. Ein Personalwechsel kann oft neue Ideen, frische Perspektiven und zusätzliche Kompetenzen ins Team bringen. Problematisch wird eine zu hohe Fluktuation. Die geschieht, wenn in kurzer Zeit viele Fachkräfte kündigen. Dadurch entstehen Kosten für die Personalsuche, Einarbeitung und Weiterbildung. Gleichzeitig kann Wissen verloren gehen und die Motivation der verbleibenden Mitarbeitenden sinkt. Häufige Ursachen sind mangelnde Wertschätzung, fehlende Entwicklungsmöglichkeiten, eine hohe Arbeitsbelastung oder eine unzureichende Führung.
Deshalb sollten Unternehmen die Gründe für einen Personalwechseln analysieren und gezielte Maßnahmen zur Mitarbeiterbindung umsetzen. Dazu gehören faire Arbeitsbedingungen, offene Kommunikation, Weiterbildungsmaßnahmen und eine gute Unternehmenskultur. So kann die Mitarbeiterfluktuation gesenkt werden.
Das Wichtigste in Kürze:
- Fluktuation bezeichnet die Personalbewegung in Unternehmen, wobei die Fluktuationsrate als Kennzahl die Abgänge im Verhältnis zum Personalbestand angibt.
- zu viele Kündigungen sind schädlich für Unternehmen, da sie Leistung mindert, Kosten für Personalbeschaffung und Einarbeitung verursacht und die verbleibende Belegschaft demotivieren kann.
Berechnung der Fluktuation
Unternehmen sollten die Fluktuationsrate im Auge behalten, um sicherzustellen, dass die Schwankung im Personalbestand im normalen Rahmen liegt. Dafür gibt es eine Formel:
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Abgänge / Personalbestand = Fluktuationsrate
Bei einem stabilen Markt und viele freien Stellen ist es normal, dass die Personalfluktuation etwas höher ist. Anders ist es, wenn es nur wenige externe Alternativen zum aktuellen Arbeitsplatz des Mitarbeiters oder der Mitarbeiterin gibt. Mit Maßnahmen zur Mitarbeiterbindung können Unternehmen auch in Zeiten eines großen Stellenangebots eines starken Personalwechsel und Schwankung vorbeugen.
Arten der Fluktuation
Es gibt in jedem Unternehmen verschiedene Arten einem Personalwechsel, nämlich:
- die natürliche Fluktuation: Mitarbeitende gehen in Rente oder Altersteilzeit, oder sie verlassen das Unternehmen, weil ihre Verträge auslaufen. Auch Ausfälle wegen Krankheiten oder wegen Erziehungsurlaubs gehören zur natürlichen Fluktuation, die in die Personalplanung mit einzubeziehen ist.
- die unternehmensfremde Fluktuation: der Begriff umfasst von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern initiierte Kündigungen oder Vertragsaufhebungen. Zudem zählen alle frühen Abgänge dazu, also alle Personalaustritte, die innerhalb der ersten zwölf Monate geschehen. Dies ist die Art von Fluktuation, die sorgfältig beobachtet werden sollte.
- die unternehmensinterne Fluktuation: dabei handelt es sich um die Mitarbeiterfluktuation innerhalb des Unternehmens, etwa, wenn Mitarbeitende sich hocharbeiten oder die Abteilung wechseln. Im Normalfall wird sie, als positiv und als Hinweis auf ein gut funktionierendes Personalmanagement erachtet. Wichtig ist allerdings, im Auge zu behalten, ob besonders viele Mitarbeitende eine bestimmte Abteilung verlassen möchten.
Während die natürliche und die unternehmensinterne Fluktuation nicht weiter schädlich sind, kann eine starke unternehmensexterne Fluktuation auf strukturelle Probleme im Unternehmen hinweisen.
Mögliche Ursachen
Reichen überdurchschnittlich viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihre Kündigung ein, kommt es zu einem hohen Personalwechsel. Unternehmen sollten die Gründe für die fehlende Mitarbeiterbindung herausfinden und nach Möglichkeit abstellen. Mögliche Ursachen sind etwa:
- Unzufriedenheit unter den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern
- geringe oder nicht faire Bezahlung
- Abwerbung durch die Konkurrenz
- unangenehmes Arbeitsklima oder Mobbing
- mangelnde interne Kommunikation
Um die Auslöser für die erhöhten Kündigungen herauszufinden, eignen sich beispielsweise anonyme Umfragen, in denen die Einschätzung jeder Mitarbeiterin und jedes Mitarbeiters zum Arbeitsalltag, zur Teamarbeit, zum Vorgesetztenverhalten und vielen anderen Themen eingeholt wird. So ergibt sich ein klares Bild der Probleme, die es zu beheben gilt. Gehen viele der Mitarbeitenden zu einem Konkurrenzunternehmen, gilt es herauszufinden, welche Vorteile dies bietet, Das kann etwa ein höheres Gehalt sein, aber auch eine bessere Work-Life-Balance durch Gleitzeitmodelle oder Remote Work.
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Darum ist ein zu hoher Personalwechsel schädlich
Wenn zu viele Beschäftigte ihre Kündigung einreichen, vor allem dann, wenn es nicht der natürlichen Zahlen entspricht, leidet das Unternehmen darunter:
- die Leistung sinkt
- die Personalbeschaffung verursacht Kosten
- die Einarbeitung neuer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dauert lange
- freie Mitarbeitende, die bei Personalmangel einspringen müssen, reißen ein Loch in die Unternehmenskasse
- die Belegschaft wird demotiviert und verunsichert, was zu weiteren Kündigungen führen, kann
- wichtiges Wissen kann mit hoch qualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern das Unternehmen verlassen
- durch Personalengpässe kann es zu Lieferschwierigkeiten, Qualitätseinbußen und schließlich Kundenverlust kommen
Daher ist es wichtig, dass Unternehmen die Personalbewegung im Auge behalten und bei Abweichungen von der Norm sofort Maßnahmen einleiten, um den Gründen für die Veränderung auf den Grund zu gehen. Nur so ist es möglich, rasch gegenzusteuern und durch wirkungsvolle Maßnahmen zur Mitarbeiterbindung die negative Entwicklung aufzuhalten.
Fazit
Fluktuation ist ein Indikator dafür, wie zufrieden Mitarbeitende mit ihrem Arbeitsplatz sind. Es bezeichnet den Personalwechsel in einem Unternehmen. Ein Wechsel gehört zwar dazu, jedoch ist eine dauerhaft hohe Fluktuation ein Zeichen für Probleme innerhalb des Unternehmens. Wer seine Beschäftigten wertschätzt, Entwicklungsmöglichkeiten bietet und ein positives Arbeitsklima schafft, können Mitarbeiterwechsel langfristig gesenkt werden. Davon profitieren nicht nur die Mitarbeitenden, sondern auch das Unternehmen selbst. Zufrieden Teams arbeiten produktiver, bleiben dem Arbeitgeber länger treu und tragen zu einer positiven Unternehmenskultur bei. Deshalb sollte die Personalbindung einen festen Platz in der Unternehmensstrategie einnehmen.