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Abmahnung

Eldo Hell
Belonio Benefit-Experte
Frau erhält vom Chef eine Abmahnung
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Eine Abmahnung ist im Arbeitsrecht vorhanden. Sie bezeichnet eine formale Rüge des Arbeitgebers an einen Arbeitnehmer, der zuvor ein vertragswidriges Verhalten gezeigt hat. Mit einer Abmahnung macht der Arbeitgeber klar, dass ein bestimmtes Fehlverhalten nicht akzeptiert wird und dass im Wiederholungsfall rechtliche Schritte drohen können. Darunter fällt beispielsweise eine Kündigung. Ziel ist es, die Verhaltensweise des Arbeitnehmers zu korrigieren, bevor es zu weiteren arbeitsrechtlichen Konsequenzen kommt. Bevor Arbeitgeber einen Arbeitnehmer abmahnen, erhält dieser meistens eine Ermahnung. Eine Abmahnung dient nicht nur der Rüge, sondern hat auch eine Dokumentationsfunktion und eine Warnfunktion, da sie feststellt, welches Fehlverhalten festgestellt wurde und welche Folgen ein erneuter Verstoß haben kann. Sie wird häufig schriftlich ausgesprochen, um einen eindeutigen Nachweis im Streitfall zu haben. Auch wenn Abmahnungen formal nicht in jedem Fall gesetzlich vorgeschrieben sind, hat sich in der Rechtsprechung etabliert, dass sie vor einer verhaltensbedingten Kündigung in der Regel erforderlich ist. Ohne eine Verwarnung ist eine fristbezogene Beendigung wegen Verhalten oft rechtlich angreifbar. Arbeitgeber nutzen Abmahnungen auch, um eine Personalakte zu dokumentieren und daher später besser beurteilen zu könne, ob ein Arbeitnehmer seine Pflichten verletzt hat. In diesem Artikel erfährst du, wie ein Arbeitnehmer am besten reagieren kann und ob es auch eine Kündigung ohne Abmahnung gibt.   

Welche Gründe gibt es für Ermahnung und Abmahnung?

Im Arbeitsalltag können verschiedene Situationen dazu führen, dass in Arbeitgeber abgemahnt werden. Typische Gründe für eine Abmahnung sind wiederholte Unpünktlichkeit, unentschuldigtes Fehlen, unzureichende Arbeitsleistungen, Verstöße gegen betriebliche Sicherheitsregeln oder respektlose Verhaltensweise gegenüber Kollegen oder Kunden. Diese Vorfälle gelten als Fehlverhalten, weil sie gegen die arbeitsvertraglichen Pflichten des Arbeitnehmers verstoßen und den Betriebsablauf stören können. Bevor Arbeitgeber, einen Mitarbeitenden abmahnen, können sie noch eine Ermahnung ausstellen. Dies ist eine Vorstufe der Abmahnung. Sollte es zu einer Abmahnung kommen, sollten abgemahnte Mitarbeitende darauf achten, dass der Grund tatsächlich gerechtfertigt ist. Laut Arbeitsrecht muss das Fehlverhalten klar benannt und nachvollziehbar sein. Pauschale oder unklare Vorwürfe genügen nicht, damit eine Abmahnung wirksam ist. Eine Verwarnung soll dem Arbeitnehmer deutlich machen, welches Auftreten nicht toleriert wird und welche Konsequenzen drohen, falls sich das Verhalten nicht ändert. Hierbei kann es zu einer Beendigung des Arbeitsverhältnisses führen. In einigen Fällen wird auch mehr als einmal abgemahnt, bevor eine Entlassung erfolgt. In besonders schweren Fällen, zum Beispiel bei einer strafbaren Handlung oder groben Pflichtverletzungen, können Mitarbeitende eine fristlose Kündigung erhalten, ohne vorher abgemahnt zu werden. Die Anforderung an eine schriftliche Abmahnung und die genaue Darlegung des Verhaltens dienen dem Schutz des Arbeitnehmers. 

Wie reagiert der Arbeitnehmer auf die Abmahnung?

Wenn ein Arbeitnehmer eine Abmahnung erhält, ist es wichtig, diese ernst zu nehmen und nicht zu ignorieren. Zunächst sollte der Arbeitnehmer sich die Verwarnung genau durchlesen, um zu verstehen, was genau bemängelt wurde und wie der Arbeitgeber diese formuliert hat. Eine schriftlich ausgesprochene Verwarnung wird in der Regel in der Personalakte aufgenommen, was langfristige Folgen haben kann, insbesondere für spätere Entlassungen oder Personalentscheidungen. Der Arbeitnehmer hat das Recht, eine Gegendarstellung zu verfassen. In dieser kann er seine Sicht der Dinge schildern und auf Fehler der Abmahnung hinweisen. Diese Stellungnahme sollte ebenfalls zur Personalakte hinzugefügt werden, um ein ausgewogenes Bild zu dokumentieren. Durch das Arbeitsrecht, hat ein Mitarbeitender das Recht, sich zu wehren. Sollte Abmahnung nach seiner Meinung ungerechtfertigt sein, kann er sich rechtlichen Rat einholen und möglicherweise gerichtlich die Entfernung aus der Personalakte anfordern. Dabei spielt das genaue Verhalten eine Rolle. In manchen Fällen kann eine unberechtigte Abmahnung rechtlich angefochten werden. Wichtig ist auch, dass der Arbeitnehmer auf künftiges Verhalten achtet, um weitere Abmahnungen oder eine mögliche Kündigung vorzubeugen. Außerdem sollten abgemahnte Mitarbeitende darauf achten, in einer angemessenen Frist zu reagieren. Insgesamt bietet eine Abmahnung die Chance, das eigene Arbeitsverhalten kritisch zu reflektieren und sich zu verbessern.   

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Gibt es auch eine Kündigung ohne Abmahnung?

Es gibt Situationen, in denen der Arbeitgeber eine Kündigung auch ohne Abmahnung aussprechen darf. Grundsätzlich dienen Verwarnungen dazu, einem Mitarbeitenden die Chance zu geben, sein Arbeitsverhalten zu hinterfragen und zu korrigieren, bevor arbeitsrechtliche Schritte ergriffen werden. Bei einer verhaltensbedingten Entlassung ist diese Vorstufe in den meisten Fällen erforderlich und macht die spätere Kündigung rechtlich sicher. Es gibt jedoch auch Ausnahmen. Schwerwiegenden Verstöße, die ein Vertrauensverhältnis nachhaltig zerstören, können eine fristlose Beendigung auch ohne die Verwarnung bedeuten. Dies ist beispielsweise bei Diebstahl oder tätlichen Angriffen am Arbeitsplatz der Fall. Auch eine betriebsbedingte oder personenbedingte Entlassung kann ohne Abmahnung ausgesprochen werden. Diese Kündigungsarten beruhen nicht auf Fehlverhalten, sondern auf persönlichen Eigenschaften oder betrieblichen Umständen, bei denen es keine Vorbereitung darstellt. In diesen Fällen ist es nicht erforderlich, den Arbeitnehmer vorher abzumahnen. Eine betriebsbedingte Vertragsbeendigung kann erfolgen, wenn Arbeitsplätze aufgrund von Umstrukturierung wegfallen. Wichtig ist jedoch, dass die Kündigung formell korrekt, also schriftlich und unter Einhaltung der gesetzlichen Frist ausgesprochen wird.   

Fazit

Die Abmahnung ist im deutschen Arbeitsrecht festgehalten, um Fehlverhalten von Arbeitnehmern zu rügen, ihnen eine Chance zu Verhaltensänderung zu geben. Sie kombiniert Rüge, eine Dokumentation und eine klare Warnfunktion. Der Arbeitgeber macht deutlich, welches Verhalten nicht akzeptabel ist und welche Konsequenzen bis hin zur Kündigung, bei wiederholten Verstößen drohen. Für Mitarbeitende bedeutet diese Rüge, aktiv zu werden. Es kann eine Gegendarstellung eingereicht oder gegebenenfalls rechtliche Schritte eingeleitet werden. Außerdem sollte das eigene Verhalten verbessert werden. In bestimmten Fällen kann der Arbeitgeber eine Beendigung des Arbeitsverhältnisses auch ohne Abmahnung aussprechen. Dies gilt beispielsweise bei Pflichtverletzungen oder bei personen- oder betriebsbedingten Gründen. Eine Verwarnung hilft dabei, Konflikte im Arbeitsverhältnis transparent zu machen und sowohl Arbeitgebern als auch Arbeitnehmern klare Orientierung für das weitere Verhalten im Arbeitsverhältnis zu geben. Dabei spielt auch die Aufnahme in die Personalakte eine Rolle, da sie spätere Entscheidungen über Personalentwicklung oder rechtliche Schritte beeinflussen kann. Zudem kann ein offenes Gespräch, in dem beide Seiten ihre Erwartungen aussprechen, helfen, um weitere Konflikte zu vermeiden. Ein Gespräch kann auch schon gesucht werden, bevor Arbeitgeber den Mitarbeitenden abmahnen.  

Eldo Hell
Eldo Hell versorgt die Leser:innen im Journal und Glossar mit neuen Inhalten: Was tut sich in der HR-Welt? Wie lässt sich Lohn am besten gestalten? Als studierter Germanist und Philosoph interessieren ihn besonders die gesellschaftlichen Auswirkungen und Möglichkeiten einer progressiven Lohngestaltung.
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