Der Begriff Employability beschreibt die Voraussetzung, die Menschen benötigen, um langfristig erfolgreich im Berufsleben zu bestehen. Es wird häufig als Fähigkeit verstanden, eine Beschäftigung zu finden, zu erhalten und sich an neue Anforderungen anzupassen. Dabei umfasst Employability nicht nur das fachliche Wissen, sondern auch soziale, methodische und persönliche Kompetenzen. Durch technologische Entwicklungen, der Digitalisierung und zunehmender Internationalisierung gewinnt das Thema an Bedeutung. Die moderne Arbeitswelt ist von Dynamik geprägt, weshalb kontinuierliches Lernen zur zentralen Voraussetzung geworden ist. Employability wird daher oft mit lebenslangem Lernen verbunden. Gleichzeitig beeinflussen individuelle Qualifiktationen sowie äußere Rahmenbedingungen die Beschäftigungsfähigkeit einer Person. Für Mitarbeitende ist Employability heute ein wichtiger Erfolgsfaktor.
Das Wichtigste in Kürze:
- Employability, oder Beschäftigungsfähigkeit, beschreibt die Fähigkeit von Arbeitnehmern, sich an Veränderungen im Arbeitsmarkt anzupassen und neue Kompetenzen zu entwickeln.
- Angesichts schneller technologischer Fortschritte und flexiblerer Arbeitsmodelle ist Employability entscheidend für die berufliche Anpassungsfähigkeit von Arbeitnehmern.
- Unternehmen tragen eine Verantwortung für die Employability ihrer Belegschaft durch Weiterbildungen und Talentförderung, was sowohl die Mitarbeiterbindung stärkt als auch im Recruiting Wettbewerbsvorteile bringt.
Employability in vielerlei Hinsicht
Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer müssen sich aktuell verschiedenen Herausforderungen stellen, damit sie für eine Arbeitsstelle infrage kommen. Es gibt in immer kürzeren Abständen technische Neuerungen, mit denen sie sich vertraut machen müssen. Dazu gehört unter anderen Remote Work, aber auch zahlreiche Tools und Plattformen. Zudem werden immer mehr Fachkräfte nicht mehr fest angestellt, sondern nur noch für Projektarbeit engagiert. Zeitarbeit und die Beschäftigung von Selbstständigen haben zugenommen.
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Was im HR als positiv gilt, hat sich im Laufe der Jahre gewandelt. Wenn der Lebenslauf zeigt, dass die Bewerberin oder der Bewerber alle paar Jahre den Job gewechselt hat, muss das nichts Negatives mehr sein. Dass jemand sein komplettes Arbeitsleben lang bei einem Unternehmen bleibt, ist inzwischen eher die Ausnahme. Der Wechsel, wenn er nicht allzu oft stattfindet, wird eher als Zeichen dafür gesehen, dass die Person mit Veränderungen umgehen kann und dass Anpassungsfähigkeit eine Kompetenz ist, die man hier voraussetzen kann.
Employability im Laufe des Berufslebens
Direkt nach dem Studium oder der Ausbildung, also beim Start in die Arbeitswelt, ist die Employability sehr hoch. Die Arbeitskräfte starten mit einem umfangreichen Set an Wissen und Fähigkeiten, die sie für ihren Job benötigen. Im Laufe der ersten Monate kommen noch viele Fertigkeiten hinzu. Die Arbeitskräfte werden zudem eingearbeitet und erlangen mehr Sicherheit. Dann stagniert das Lernen allerdings in vielen Berufen. Die Arbeit wird zur Routine, und es kommt oft über längere Phasen kein neues Wissen hinzu.
Schulungen und Coachings durchbrechen diesen Alltag, wenn die Belegschaft des Unternehmens oder ein Team sich mit Neuerungen vertraut machen muss. Dies sind Förderungen, die absolut notwendig sind, damit die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihre Arbeit erledigen können. Darüber hinaus gibt es aber noch die Art von Entwicklung im Unternehmen, bei der Talente erkannt und gezielt gefördert werden, auch wenn es nicht unbedingt notwendig ist. Dafür gibt es mehrere gute Gründe.
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Employability: Verantwortung der Unternehmen
Die HR-Abteilung im Unternehmen muss sich regelmäßig darum kümmern, dass sie den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Fortbildungen und Schulungen ermöglicht, mit denen sie ihre Beschäftigungsfähigkeit erhalten können. Das bedeutet nicht, dass sie ihnen eine Förderung begünstigen lassen müssen, damit sie bei einem anderen Unternehmen eine Erwerbstätigkeit finden. Es geht lediglich darum, dass die Belegschaft alle neuen Herausforderungen im eigenen Unternehmen gewachsen ist. Dies führt aber gleichzeitig zum Erhalt ihrer Arbeitsmarktfähigkeit.
Es gibt drei weitere Punkte, die dafürsprechen, dass Unternehmen die Kenntnisse ihrer Belegschaft ausbauen:
- Auf dem umkämpften Arbeitsmarkt neue Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen zu suchen, die die passenden Fähigkeiten bereits besitzen, ist zeit- und kostenaufwendig.
- Wer seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die Chance gibt, ihre Arbeitsmarktfähigkeit im eigenen Unternehmen zu erhalten, bindet sie dadurch in vielen Fällen an sich. Wer in seinem Job und mit seinen Aussichten zufrieden ist, zieht oft gar keinen Arbeitgeberwechsel in Betracht.
- Wird im Unternehmen Wert auf den Erhalt der Beschäftigungsfähigkeit der Mitarbeitenden durch Förderung gelegt, ist das ein positives Signal für Fachkräfte, die auf Jobsuche sind. Die Möglichkeit zur beruflichen Weiterentwicklung ist ein starker Anreiz für Arbeitskräfte, die sich nach einer neuen Stelle umschauen.
Auch wenn der Erhalt der Employability für die Mitarbeitenden mit Kosten einhergeht, lohnt sich die Investition für Unternehmen also meist in mehrfacher Hinsicht.
Fazit
Employability spielt eine zentrale Rolle für den langfristigen beruflichen Erfolg. Die Anforderungen auf dem Arbeitsmarkt steigen, wodurch die kontinuierliche Weiterentwicklung an Bedeutung gewinnt. Der Begriff wird in der Forschung unterschiedlich betrachtet. Katrin Kraus betont beispielsweise, dass Employability nicht nur von individuellen Kompetenzen abhängt, sondern auch von den Veränderungen gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Rahmenbedingungen. Dieser Wandel erfordert Anpassungsfähigkeit von Beschäftigten und Organisationen gleichermaßen. Employability sollte daher nicht als einmal erreichter Zustand verstanden werden, sondern als fortlaufender Entwicklungsprozess. Zudem ermöglicht es Menschen, flexibel auf neue Anforderungen zu reagieren und ihre beruflichen Perspektiven aktiv zu gestalten. Unternehmen profitieren ebenfalls, da qualifizierte und lernbereite Mitarbeitende ihre Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig stärken.