Scoring-Verfahren
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Scoring-Verfahren

Für das Scoring-Verfahren gilt die Definition eines Bewertungsverfahrens nach Punkten, das unter anderem in der Personalabteilung Anwendung findet. Speziell größere Unternehmen, die eine große Anzahl an Bewerbungen bekommen, wenden diese Art der Nutzwertanalyse an, um die erste Sichtung abzukürzen und eine Vorauswahl zu treffen. „Score“ heißt „Punktestand“, „to score / scoring“ „punkten“, genau so funktioniert das Verfahren: Es gibt Punkte für Bewertungskriterien, die einen Vergleich ermöglichen.

So funktioniert das Scoring-Verfahren

Das Scoring-Verfahren wird mittels Software durchgeführt, die allerdings dafür die passenden Informationen braucht. Konkret sind das Kriterien, anhand derer die Bewerbungen verglichen werden können. Die Mitarbeitenden der Personalabteilung legen also fest, welche Eigenschaften und Fähigkeiten wichtig sind und welche Angaben jeweils welche Punktzahl bekommen sollen.

Die Werte, die die Software vergleicht, müssen objektiv messbar sein. Werden beispielsweise für die ausgeschriebene Stelle bestimmte Sprachkenntnisse vorausgesetzt, erfolgt eine Gewichtung der verschiedenen Grade der Sprachbeherrschung mittels Punkten und Kriterien, etwa so:

  • Grundkenntnisse: 1
  • konversationssicher: 2
  • fließend: 3
  • verhandlungssicher: 4
  • Muttersprache: 5

Je besser also die Bewerberin oder der Bewerber die angegebene Anforderung erfüllt, desto mehr Punkte speichert das System. Wichtig ist, dass mehrere Personen gemeinsam im Vorfeld die Gewichtungsfaktoren bestimmen, damit diese möglichst objektiv und ausgewogen ausfallen. Punkte, die sich in Bewerbungen vergleichen lassen, sind außer Sprachkenntnissen zum Beispiel:

  • Softwarekenntnisse
  • Ausbildung
  • Weiterbildungen
  • Berufserfahrung
  • Führerschein

Zudem kann die Software Angaben und Kriterien vergleichen, deren Angabe in der Stellenanzeige erbeten wird, etwa Informationen dazu, ob die Person in Vollzeit oder in Teilzeit arbeiten möchte, ob sie reisebereit ist oder ob sie eine freiberufliche Tätigkeit oder ob eine Festanstellung bevorzugen würde. Auch hier sollte eine Gewichtung im Rahmen der Nutzwertanalyse stattfinden – je nachdem, was das Unternehmen bevorzugt.

Vorteile und Nachteile von Scoring-Verfahren

Ein Scoring-Modell respektive eine Nutzwertanalyse bei der Personalauswahl bringen gleich mehrere Vorteile mit sich:

  • Ein erstes Aussortieren nicht geeigneter Bewerbungen findet automatisch statt, was den Mitarbeitenden in der Personalabteilung viel Zeit spart.
  • Die Einschätzung der Software verläuft anhand festgelegter Merkmale und Faktoren und ist daher nicht fehleranfällig.
  • Die Software ist unbeeinflusst von Geschlecht, Alter oder Herkunft der Person, die die Bewerbung geschickt hat, was sie unvoreingenommener macht als einen Menschen. So steigt die Chancengleichheit.
  • Sind zwei der Kandidaten für eine Stelle fast gleich stark, kann der Algorithmus aufzeigen, welche der Alternativen er besser bewertet hat – am besten geeignet für den Job ist, wer die höhere Punktzahl hat. 

Wie überall, wo mit Menschen gearbeitet wird, bringt die Software aber auch Nachteile mit sich: Die sogenannten Soft Skills lassen sich nicht objektiv erfassen (etwa Teamfähigkeit, Organisationstalent, Empathie etc.). Um herauszufinden, wie eine Person wirkt, ob sie von der Persönlichkeit her ins Team und zur Unternehmenskultur passt und wie sie auf bestimmte Fragen und Situationen reagiert, ist eine menschliche Einschätzung vonnöten. Entsprechend sollte das Scoring-Verfahren immer nur für die Vorauswahl genutzt werden: Persönliche Gespräche sind weiterhin unersetzlich.

Scoring Verfahren im alternativen Einsatz

Es gibt im Personalwesen noch mehrere Einsatzmöglichkeiten für die Scoring-Methode: Beispielsweise eignet sie sich gut für Tests im Assessment-Center, die sich damit besonders schnell und leicht auswerten lassen. Auch für die Erhebung zur Mitarbeiterzufriedenheit kann die Nutzwertanalyse eingesetzt werden: Die einzelnen Punkte der Skalen, die von 1 bis 10 oder von „gar nicht“ bis „sehr“ reichen, erhalten eine Gewichtung und können so leicht bewertet werden. So wird übersichtlich aufgezeigt, welche Merkmale und Abläufe im Unternehmen für die Mitarbeitenden optimierungsbedürftig sind.  

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