Effizienzlohntheorie
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Effizienzlohntheorie

Die Effizienzlohntheorie ist der mathematische Versuch, die Arbeitslosigkeit zu erklären, der sich auch grafisch darstellen lässt. Dafür wird ein Zusammenhang zwischen der Lohnhöhe und einer Steigerung der Effizienz hergestellt. Die Effizienzlohntheorie ist nur eine von mehreren Lohntheorien, die sich mit dem Aspekt der Arbeitslosigkeit befassen.

Das ist der Kern der Effizienzlohntheorie

Die Effizienzlohntheorie geht in ihrem Ansatz davon aus, dass Unternehmen die Arbeitseffizienz ihrer Belegschaft steigern können, indem sie den Mitarbeitenden Löhne zahlen, die über dem liegen, was für das Gleichgewicht am Markt nötig wäre. Das gilt auch dann, wenn auf dem Arbeitsmarkt gerade eine hohe Arbeitslosigkeit herrscht. Bei einem geringeren Lohn ist der Reiz für Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen zu hoch, sich nach einem anderen Job umzusehen.

Verschiedene Ansätze der Effizienzlohntheorie

Es gibt verschiedene Anschauungen darüber, was das Zahlen des Effizienzlohns bringt:

  • Der Shirking-Ansatz geht davon aus, dass Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen sich grundsätzlich so weit es geht vor unangenehmen Aufgaben drücken. Der Effizienzlohn soll ein Anreiz dazu sein, das nicht zu tun, sondern eine hohe Arbeitsleistung zu erbringen.
  • Der Adverse-Selection-Ansatz folgt dem Ziel, möglichst produktive Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen zu rekrutieren.
  • Der Labour-Turnover-Ansatz zielt darauf ab, durch höhere Löhne Arbeiter und Arbeiterinnen von der Kündigung abzuhalten und somit die Kosten für die Rekrutierung neuer Beschäftigter einzusparen.
  • Der Gift-Exchange-Ansatz möchte die Leistungsnormen der Belegschaft positiv beeinflussen, indem er ihren Gerechtigkeitsnormen genügt.

Alle diese Ansätze gehen davon aus, dass ein Zusammenhang zwischen dem Zahlen des Effizienzlohns und einer gesteigerten Produktivität einen Zusammenhang gibt.

Beim Shirking-Ansatz wäre die Zahlung des Effizienzlohns die Alternative zu hohen Kosten, die entstehen, wenn man die tatsächliche Arbeit der Mitarbeitenden genau kontrollieren wollte – was zudem oftmals gar nicht möglich ist. Mit dem Adverse-Selection-Ansatz sollen diejenigen Arbeiter und Arbeiterinnen geködert werden, die effizient und produktiv arbeiten möchten, sodass der Umsatz steigt und die Kosten ausgleicht. Der Labour-Turnover-Ansatz errechnet, dass die höheren Löhne sich ausgleichen lassen durch die eingesparten Kosten für die Suche nach und die Einarbeitung neuer Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen. Und der Gift-Exchange-Ansatz setzt auf den Gerechtigkeitssinn der Belegschaft, die für einen höheren Lohn bessere Arbeit zu leisten bereit ist.

Dass die mathematische Theorie durchaus etwas für sich hat, beweist das Beispiel des Autoherstellers Ford, der 1914 die tägliche Arbeitszeit der Arbeiter und Arbeiterinnen um eine Stunde reduzierte und den Lohn verdoppelte. Tatsächlich stieg die Produktivität stark an, und Henry Ford selbst stellte fest, dass es sich bei der Reduktion der Arbeitszeiten und der Zahlung von Effizienzlöhnen um eine der besten Einsparungsmaßnahmen handelte, die das Unternehmen je durchgeführt habe.

Deshalb gibt es laut Effizienzlohntheorie Arbeitslosigkeit

Die Effizienzlohntheorie geht davon aus, dass es aus den oben genannten Gründen für Unternehmen gewinnbringend ist, Effizienzlöhne zu zahlen und somit das Gleichgewicht des Marktes zu stören. Es liegt also nicht in ihrem Interesse, die Löhne so weit abzusenken, dass sie insgesamt genügend Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einstellen könnten, um die unfreiwillige Arbeitslosigkeit zu beenden (also den Arbeitsmarkt in Balance zu bringen und Vollbeschäftigung zu gewährleisten). Dieser Theorie steht das Insider-Outsider-Modell gegenüber, in dem die Beschäftigten selbst dafür verantwortlich sind, dass die Löhne nie so weit sinken, dass eine Vollbeschäftigung möglich wäre.

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