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Führungsstile

Eldo Hell
Belonio Benefit-Experte
Gruppe von Arbeitgebern mit unterschiedlichem Führungsstil
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Führungsstile können von Unternehmen zu Unternehmen sehr unterschiedlich sein. Es lässt sich nicht grundsätzlich sagen, dass ein Führungsstil per se schlechter wäre als ein anderer, da sich je nach Aufgaben und Teamdynamiken unterschiedliche Arten der Führung anbieten. Allerdings ist wichtig zu wissen, dass der Führungsstil und die Art, Entscheidungen zu treffen, im Unternehmen sowohl das Arbeitsklima als auch folglich die Mitarbeiterzufriedenheit beeinflussen.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Verschiedene Führungsstile prägen das betriebliche Gefüge, wobei die Modelle von Kurt Lewin und Max Weber grundlegende Typologien aufzeigen.
  • Die Wahl des Führungsstils bestimmt maßgeblich die Arbeitsatmosphäre und die Zufriedenheit der Mitarbeitenden.
  • In der unternehmerischen Realität manifestieren sich zumeist hybride Führungsstile, deren Effektivität durch eine kultivierte Kommunikationskultur und die Integration der Perspektiven der Belegschaft akzentuiert wird.

Führungsstile nach Kurt Lewin

Kurt Lewin war ein bedeutender Sozialpsychologe, der sich im 20. Jahrhundert mit Führungsstilen auseinandergesetzt hat. Er unterschied zwischen drei grundsätzlichen Arten der Führung:

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  • Autoritärer Führungsstil: Die Führungskraft ist von den Mitarbeitenden deutlich abgegrenzt. Sie entscheidet, ohne die Meinungen von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern einzuholen. Sie ordnet an, verteilt Aufgaben und kontrolliert die Durchführung.
  • Kooperativer Führungsstil: Die Vorgesetzten vereinbaren hier Ziele mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Letztere werden in die Entscheidungsfindung mit einbezogen. Da sie so mehr Verantwortung übernehmen, kontrollieren sie selbst auch stärker ihre Fortschritte und Ergebnisse. Das entlastet die Führungskräfte, die sich ihrerseits um andere wichtige Aufgaben kümmern können.
  • Laissez-faire: Der französische Begriff bedeutet etwa „machen lassen“. Laissez-faire beschreibt einen Führungsstil, bei dem der Chef den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine Aufgabe gibt und diese dann frei entscheiden können, wie sie sie erfüllen. Die Führungskraft greift nur bei schwerwiegenden Problemen ein. Lob und Tadel gibt es hier kaum.

Beim autoritären Führungsstil liegt die Verantwortung allein bei der Führungskraft. Die Befehlswege sind klar und die Arbeitsweisen vorgegeben, allerdings gibt es Nachteile: Die Mitarbeitenden fühlen sich oft bevormundet und dem Unternehmen wenig verbunden. Das ist meist beim kooperativen Führungsstil und bei Laissez-faire anders, da die Belegschaft mehr eingebunden wird und entsprechend mehr Verantwortung übernimmt. Dafür kann es beim kooperativen Führungsstil zu Entscheidungsschwierigkeiten und bei Laissez-faire zu Orientierungslosigkeit bei der Belegschaft kommen.

Führungsstile nach Weber

Der Soziologe Max Weber unterscheidet nach diesen vier Arten der Führung:

  • Autokratischer Führungsstil: Er ähnelt dem autoritären Führungsstil nach Lewin – die Führungskraft trifft Entscheidungen, ohne die Mitarbeitenden einzubeziehen, verteilt Aufgaben und kontrolliert die Durchführung. Die Entscheidungsfindung liegt allein in den Händen der Führungskraft.
  • Patriarchalischer Führungsstil: Ähnlich wie beim autoritären Führungsstil liegt hier die Entscheidungsgewalt beim Vorgesetzten. Dieser setzt jedoch alles daran, die Aufgaben den jeweiligen Fähigkeiten und Kenntnissen entsprechend zu verteilen und so gezielt die einzelnen Mitarbeitenden zu fördern.
  • Bürokratischer Führungsstil: Die Führungskräfte selbst bekommen vom Chef festgelegte Arbeits- und Vorgehensweisen und werden zudem nach einer gewissen Zeitspanne abgelöst. Die Regeln sind klar und geben Sicherheit, allerdings machen sie die Teams auch unflexibel im Verhalten und die Entscheidungswege länger.
  • Charismatischer Führungsstil: Die Chefin oder der Chef selbst interagiert viel mit dem Team, steigert die Motivation und überzeugt die Mitarbeitenden von Ideen und Versionen. Eine charismatische Führungsperson nimmt durch ihr Verhalten eine Vorbildfunktion ein und überträgt den Kolleginnen und Kollegen relativ viel Verantwortung. Diese identifizieren sich oft mit dem Unternehmen und bleiben ihm lange treu, da sie auch eigene Ideen einbringen können. Unter charismatischer Führung weisen Teams oft eine hohe intrinsische Motivation auf, die Führungskräfte vorleben.

In der Realität kommt es meist zu Mischformen der verschiedenen Führungsstile: Selten wird ein einzelner Stil in Reinform angewendet. Vorgesetzte finden oft ihren eigenen Führungsstil, treffen so ihre Entscheidungen und handeln nicht nach den Maßgaben von theoretischen Führungsstilen.

Vorteile und Nachteile der Führungsstile

Je nach Unternehmen können sich verschiedene Führungsstile anbieten: In kreativen Branchen etwa ist es von Vorteil, wenn die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verhältnismäßig frei agieren und ihre eigenen Ideen einbringen können. Bei stark reglementierten Abläufen kann es sinnvoll sein, wenn die Regeln strenger sind. Insgesamt aber gilt, dass die Motivation der Belegschaft höher und der Krankenstand geringer ist, wenn die Kommunikation stimmt und Vorgesetzte die Meinungen der Mitarbeitenden in Entscheidungen mit einbeziehen.

Eldo Hell
Eldo Hell versorgt die Leser:innen im Journal und Glossar mit neuen Inhalten: Was tut sich in der HR-Welt? Wie lässt sich Lohn am besten gestalten? Als studierter Germanist und Philosoph interessieren ihn besonders die gesellschaftlichen Auswirkungen und Möglichkeiten einer progressiven Lohngestaltung.
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