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Bumerang Mitarbeiter

Eldo Hell
Belonio Benefit-Experte
Ein Bumerang Mitarbeiter kehrt nach der Kündigung wieder zurück ins Unternehmen
Inhalt
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Der Begriff Bumerang Mitarbeiter beschreibt Personen, die ein Unternehmen verlassen und später wieder dorthin zurückkehren. Der Name leitet sich vom bekannten Wurfgerät, dem Boomerang, ab. Das nach dem Werfen zum Ausgangspunkt zurückkehrt – ähnlich wie Fachkräfte, die nach einer gewissen Zeit wieder zu ihrem früheren Arbeitgeber zurückgehen. Dieses Phänomen gewinnt im modernen Arbeitsmarkt zunehmend an Bedeutung, da Karrierewege heute nicht mehr nur linear verlaufen. Viele Fachkräfte sammeln bewusst Erfahrung in unterschiedlichen Unternehmen, bevor sie eine Rückkehr in Betracht ziehen. Besonders im Kontext von HR wird dieses Modell immer häufiger diskutiert, da es sowohl Chancen als auch Risiken mit sich bringen kann. Ein Boomerang-Mitarbeiter ist dabei mehr als nur ein Trendbegriff. Er steht für flexible Karriereentscheidungen und veränderte Erwartungen an Arbeitgeber. Gleichzeitig zeigt sich, dass Organisationen zunehmend offener dafür sind, ehemalige Talente erneut einzustellen. Die gezielte Rückkehr kann sowohl für Unternehmen als auch für Fachkräfte strategisch sinnvoll sein, zumindest dann, wenn sie gut geplant wird und klare Erwartungen bestehen.   

Das Wichtigste in Kürze:

  • Ein Bumerang-Mitarbeiter kehrt nach einer Kündigung und zwischenzeitlicher Tätigkeit bei einem anderen Unternehmen zum vorherigen Arbeitgeber zurück – oft aus Vertrautheit oder weil die neue Stelle nicht passte.
  • Die Wiedereinstellung kann Vorteile wie verkürzte Einarbeitungszeit und neue Fähigkeiten bringen, birgt aber auch Risiken wie wiederauflebende Konflikte.
  • Offene Kommunikation ist entscheidend für eine erfolgreiche erneute Zusammenarbeit.

So wird man zum Bumerang Mitarbeiter

Es gibt viele verschiedene Gründe, aus denen Menschen kündigen:  

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  • Karriere voranbringen  
  • höheres Gehalt  
  • neue Fähigkeiten erlernen  
  • neue Arbeitsumgebung oder Branche kennenlernen  
  • einer Leidenschaft folgen  
  • Unternehmen wegen Streit, Stress oder toxischen Arbeitsumfelds verlassen  

Wenn der oder die Angestellte das Unternehmen nicht aus den letztgenannten Punkten verlässt, kann er oder sie zum Bumerang Mitarbeiter werden, wenn die neue Stelle nichts für einen längeren Zeitraum ist: Das Umfeld im alten Unternehmen ist vertraut, die Kollegen ebenfalls – die Rückkehr kann eine Erleichterung sein. Das gilt zumindest, wenn das ehemalige Unternehmen den Bumerang-Mitarbeiter mit offenen Armen aufnimmt.  

Vorteile von Bumerang Mitarbeitern   

Recruiting auf dem Arbeitsmarkt ist im Normalfall ein langwieriger und kostenintensiver Prozess. Wer sich allerdings mit ehemaligen Beschäftigten oder Mitarbeiterinnen in Verbindung setzt und sie als Arbeitnehmer oder Arbeitnehmerin ins Unternehmen zurückholen kann, muss sich um neue Kandidaten und Kandidatinnen keine Gedanken machen und spart Kosten für Prozesse in der Rekrutierung. Weitere Vorteile der Einstellung sind etwa:  

  • Die Einarbeitungszeit ist deutlich verkürzt, weil der Boomerang-Mitarbeiter mit der Arbeitsweise und dem Unternehmen vertraut ist.  
  • In ehemaligen Teams, die gut zusammengearbeitet haben, ist die Wiedersehensfreude mit Kollegen und Kolleginnen groß.  
  • Der Bumerang-Mitarbeiter ist mit der Unternehmenskultur vertraut und fügt sich leichter ein als jemand Fremdes.  
  • Vorgesetzte kennen bereits die Fähigkeiten des ehemaligen Mitarbeiters und können ihn nach der Wiedereinstellung zielgenau auf der passenden Position einsetzen.  
  • Der Bumerang-Mitarbeiter bringt neue Fähigkeiten und Erfahrungen mit und kann diese ins Unternehmen einbringen.  

Diese Vorteile gelten allerdings nur, wenn die Umstände bei der erneuten Einstellung positiv sind. Andernfalls muss die erneute Zusammenarbeit mit dem oder der „neuen, alten“ Arbeitnehmer oder Arbeitnehmerin nicht zwingend gut funktionieren.  

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Mögliche Nachteile der Bumerang Mitarbeiter

War die zurückgekehrte Person mit der neuen Arbeitsstelle nur noch unzufriedener als mit der Stelle in diesem Unternehmen, wird sie wechselwillig bleiben – schließlich hat die Unzufriedenheit schon einmal zur Kündigung geführt. Weitere Nachteile können die folgenden sein:  

  • Gab es im ersten Angestelltenverhältnis zwischen der zurückgekehrten Person und anderen Mitarbeitenden Ärger, kann der nun wieder aufleben.  
  • Neid und Eifersüchteleien sind möglich, wenn der wie ein Boomerang zurückgekehrte Mitarbeiter eine Position erhält, die eigentlich jemand aus der aktuellen Belegschaft angestrebt hat.  
  • Es kann kompliziert sein, den Vertrag aufzusetzen: Wird es erneut eine Probezeit geben? Und wie werden Benefits gehandhabt, die mit steigender Betriebszugehörigkeit mehr werden?  

Grundsätzlich ist es wichtig, dass keine Seite davon ausgeht, dass nun wieder alles wie früher wird. Viel Kommunikation ist der Schlüssel zu einer guten Zusammenarbeit mit dem Bumerang Mitarbeiter.  

Recruiting von Bumerang Mitarbeitern

Viele mögliche Stolperfallen lassen sich bereits beim Recruiting von Rückkehrende Mitarbeitende durch die passenden Fragen ausräumen, etwa:  

  • Von welchen Dingen hoffen Sie, dass sie sich in unserem Unternehmen geändert haben?  
  • Was ist der Grund dafür, dass Sie jetzt wieder mit uns zusammenarbeiten möchten?  
  • Welche Erfahrungen haben Sie in der Zwischenzeit gesammelt?  

Stellt sich im Gespräch heraus, dass die betreffende Person grundsätzlich mit der Unternehmenskultur und mit den Arbeitsabläufen unzufrieden gewesen ist und hat sich an diesen Dingen in der Zwischenzeit nichts geändert, wird auch das zweite Angestelltenverhältnis nicht von Dauer sein. Haben sich beide Parteien so entwickelt, dass eine Interaktion auf Augenhöhe möglich ist, bei der beide guten Willen beweisen, steht der Wiedereinstellung nichts im Wege.  

Wer für frühere Mitarbeitende die Tür offenhalten möchte, kann ein Alumni-Netzwerk einrichten. So bleiben alle früheren Beschäftigten über Nachrichten und Newsletter auf dem Laufenden und sehen rasch, wenn sich im Unternehmen etwas so ändert, dass es als Arbeitgeber wieder infrage kommt.  

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Fazit

Bumerang Mitarbeiter sind längst kein Ausnahmefall mehr, sondern ist im dynamischen Arbeitsmarkt längst Realität. Unternehmen profitieren davon, wenn qualifizierte Fachkräfte zurückkehren. Sie sind dann schon mit Strukturen, Prozessen und der Unternehmenskultur vertraut. Gleichzeitig bringen sie neue Erfahrungen mit, die sie außerhalb gesammelt haben, was die Leistungsfähigkeit positiv beeinflussen kann. Dennoch sollte jede Rückkehr kritisch geprüft werden, da auch alte Konflikte oder Gründe für die ursprüngliche Kündigung erneut auftreten können. Für HR bedeutet das, gezielte Strategien zu entwickeln, um ehemalige Talente sinnvoll wieder zu integrieren. Wichtig ist außerdem, dass Erwartungen auf beiden Seiten klar definiert sind, um langfristige Zufriedenheit zu gewährleisten. Ein bewusster Umgang mit dem Konzept eines Bumerang Mitarbeiters kann Unternehmen helfen, Talente nachhaltig zu binden. Wer professionell zurückkehren möchte, sollte seine Erfahrungen reflektieren und aktiv Mehrwert schaffen, um als wertvolle Ressource wahrgenommen zu werden.

Eldo Hell
Eldo Hell versorgt die Leser:innen im Journal und Glossar mit neuen Inhalten: Was tut sich in der HR-Welt? Wie lässt sich Lohn am besten gestalten? Als studierter Germanist und Philosoph interessieren ihn besonders die gesellschaftlichen Auswirkungen und Möglichkeiten einer progressiven Lohngestaltung.
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