Ein Interview, auch Bewerbungsgespräch, kann aufregend sein. Trotzdem muss man keine Angst davor haben. Ein Interview ist eine Möglichkeit, sich persönlich vorzustellen und zu zeigen, warum man zu der Stelle passt. Der Interviewer möchte normalerweise mehr über die eigene Motivation, Erfahrung, Stärken und Ziele erfahren. Eine gute Vorarbeit ist hier wichtig und hilfreich. Vorher sollte sich über das Unternehmen und die Stelle informiert werden. Man sollte aber auch den eigenen Lebenslaufen erklären können und typische Fragen vorher üben. Auch Pünktlichkeit, freundliches Auftreten und eigene Fragen spielen eine Rolle. Wer ehrlich bleibt und sich nicht verstellt, wirkt meistens glaubwürdiger und selbstbewusster. Nervös zu sein ist normal und kein Grund sich schlecht zu fühlen. Oft hilft eine gute Vorbereitung auf das Interview, um Stress zu reduzieren und Sicherheit zu bekommen.
Das Wichtigste in Kürze:
- Ein Bewerbungsgespräch dient dazu, dass Personaler und potenzielle Vorgesetzte einen persönlichen Eindruck von Bewerbern gewinnen und deren Persönlichkeit sowie soziale Kompetenzen einschätzen können.
- Typische Bestandteile sind die Selbstvorstellung des Bewerbers, Fragen zum beruflichen Werdegang, zur Motivation für das Unternehmen, zu Fähigkeiten und zum Gehaltswunsch.
- Fragen zu persönlichen Merkmalen wie Familienstand, Gesundheit, sexueller Neigung oder Religion sind nicht erlaubt.
Das gehört zum Interview
Es gibt mehrere Bestandteile in einem Interview, die Standard sind. Dazu zählen etwa:
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- die Befragung des Interviewpartners zu seiner eigenen Person, wie beispielsweise den Werdegang
- die Frage danach, weshalb genau der Interviewpartner in diesem Unternehmen tätig werden möchte
- Fragen zu den besonderen Fähigkeiten und Soft Skills
- Fragen zum gewünschten Gehalt
Die Art und Weise, wie diese Fragen in einer oft etwas angespannten Situation vom Interviewpartner beantwortet werden, geben oft auch einen Einblick in dessen soziale Kompetenzen. Es gibt keine besondere Reihenfolge, in der diese Bestandteile des Gesprächs geäußert werden. Die Frage des Gehalts wird jedoch meist eher gegen Ende des Termins behandelt. Die Selbstvorstellung dauert im Normalfall etwa zwei bis fünf Minuten, während derer die Bewerberin oder der Bewerber das Wort hat und skizzieren kann, wie das bisherige berufliche Leben ausgesehen hat und wo die besonderen Fähigkeiten liegen. Letzteres wirkt vor allem dann überzeugend, wenn ihre Existenz nicht nur behauptet, sondern auch mit kurzen Erzählungen aus dem Arbeitsalltag untermauert werden.
Die Vorbereitung auf diesen Teil des Interviews gelingt der Bewerberin oder dem Bewerber meist leicht. Die Selbstvorstellung und die Beschreibung der Fähigkeiten und Soft Skills können trainiert werden und die Fakten über das Unternehmen stehen zum Üben zur Verfügung. Auch die Gehaltsverhandlung können die Gesprächspartner und Gesprächspartnerinnen im Vorfeld mit jemandem proben.
Stressfragen im Interview
Manche Unternehmen arbeiten mit Fang- oder Stressfragen. Während der Durchführung werden im Interview unangenehme Fragen zur Ausbildung, zu bisherigen Arbeitserfahrungen oder zum Lebenslauf oder sie lassen durchblicken, dass sie nicht gerade angetan sind von dem, was sie bisher gesehen und gehört haben. Beispiele wären etwa:
- Das Studium hat aber sehr lange gedauert, warum war das so?
- Bei der Auswertung Ihrer Zeugnisse ist mir eine Formulierung aufgefallen, die mir Bedenken bereitet – wissen Sie, was ich meine?
- Was genau von dem, was Sie bisher erzählt haben, soll Sie nun von anderen Bewerbern abheben?
In der Psychologie ist es interessant zu sehen, wie die Interviewten in einer etwas angespannten Situation wie in einem Bewerbungsgespräch auf derartige Fragen reagieren. Sind die Antworten weiterhin ruhig und sicher oder werden sie unsicher, unhöflich oder schnippisch? Wie man sich verhält und ob man sich souverän äußern kann, kann einen Hinweis auf spätere Interaktion mit den Kolleginnen und Kollegen sein. Dies kann allerdings auch negative Effekte mit sich bringen. Interviewte, die sich wegen ihrer Expertise ihre Arbeitgeber mehr oder minder aussuchen können, können diese Art von Fragen und Druckaufbau als unsympathisch empfinden. Liegt ihnen viel an einem harmonischen Arbeitsumfeld, sehen sie sich vielleicht nach einem Interview, das mit solchen Mitteln geführt wird, doch eher bei der Konkurrenz nach einem Job um.
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Illegale Fragen im Interview
Es gibt eine ganze Reihe von Fragen, die den Interviewer im Gespräch nach der erfolgreichen Bewerbung interessieren könnten. Schließlich würde jeder Arbeitgeber gern sichergehen, dass die Person gut zum Unternehmen passt und ihre Arbeitskraft langfristig zur Verfügung steht. Dennoch dürfen sie im Rahmen der Befragung nicht gestellt werden. Zu den verbotenen Fragen gehören solche zu:
- Familienstand, Kinderwunsch, Schwangerschaft und Heiratsabsichten
- Partner und Verwandten (inklusive Krankheiten in der Familie)
- sexuellen Neigungen
- Gesundheitszustand, vergangenen Krankheiten und Behinderungen
- Alter, Herkunft oder Religion
- Partei- oder Gewerkschaftszugehörigkeit
- Vermögensverhältnissen und Schulden
- Vorstrafen und Gefängnisaufenthalten
Werden diese Fragen im Interview gestellt, müssen die Interviewten dazu keine wahrheitsgemäßen Aussagen machen.
Fazit
Ein Interview ist keine Prüfung, bei der man jede Antwort perfekt kennen muss. Viel wichtiger ist, vorbereitet, ehrlich und interessiert aufzutreten. Wer sich vorher über das Unternehmen informiert, den eigenen Lebenslauf kennt und typische Fragen übt, geht meistens sicherer ins Gespräch. Auch kleine Dinge können einen positiven Eindruck hinterlassen. Pünktliches Erscheinen, aufmerksam zuhören, freundlich kommunizieren und passende Fragen stellen sind wichtige Dinge. Gerade eigene Fragen werden oft unterschätzt und kann das Interesse am Unternehmen zeigen. Nach dem Interview kann es hilfreich sein, den Ablauf zu reflektieren und sich zu überlegen was gut funktioniert hat. So wird jedes Gespräch zu einer Erfahrung, aus der man lernen kann und die langfristig mehr Sicherheit gibt.