Ganz persönlich: zwei Wochen mit Laptop, Kind und Kegel im Homeoffice – #challengeaccepted

Die ersten beiden HomeOffice-Wochen in der Coronakrise sind nun auch bei Belonio vorbei. Wir berichten auch heute wieder aus dem Corona-HomeOffice

Heute erzählt Nina, wie es ihr aktuell ergeht und wie sie die täglichen kleinen und großen Herausforderungen meistert. 

Wie gehts dir aktuell mit Corona und wie gehst du damit um?

Körperlich zum Glück gut, mental empfinde ich die aktuelle Situation mit seiner Bedrohlichkeit und all den gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Ungewissheiten als sehr herausfordernd.

Ich halte mich auf dem Laufenden, konsumiere aber sehr ausgewählt mediale Inhalte, da ich als studierte Kommunikationswissenschaftlerin auch weiß, wie Journalismus genutzt wird, um die öffentliche Meinung zu formen. Auch Inhalte, die auf Social Media Kanälen durchs Netz geistern, lese ich nicht. 

Neben der Hauptsorge, dass mein lieber Großvater, der mit 84 Lebensjahren, Lungenvorerkrankung und akuten Erkältungssymptomen, diesen Virus nicht mal eben wegstecken könnte, war und sind vor allem die mindestens fünf Wochen KiTa-Schließung ein großes Thema bezogen auf unseren Alltag.

Mobiles Arbeiten ist bei uns zum Glück schon immer möglich, sodass wir dank guter Strukturen hier problemlos ins Homeoffice switchen konnten – ein riesiges Privileg in der jetzigen Zeit.

Struktur ist gerade das Wort der Stunde bei uns zuhause, da mein Mann und ich jetzt beide zuhause arbeiten und unsere Tochter nicht zur KiTa geht.  Wir haben uns direkt am Anfang zusammengesetzt und uns einen Plan gemacht, wie wir den Tag mit allen ToDos organisieren wollen, wann wer Homeoffice macht, wann wer die Kurze (3) bespaßt, wann gegessen, geputzt und gebastelt, nach draußen gegangen etc. wird. Klar ist das nur eine grobe Planung, die auch mal spontan anders läuft – aber sie hilft uns sehr, nicht völlig im Chaos zu versinken – das Chaos in der Welt ist heftig genug.

Wie motivierst du dich?

Mein Mann und ich haben schon seit längerem morgens gewisse Routinen entwickelt, die uns gut in den Tag starten lassen. Jeder hat morgens ca. 15 Minuten Metime für ein wenig Sport (z.B. Yoga, 7 minutes, Trampolinspringen). Der Effekt von Bewegung und frischer Luft ist immer wieder beeindruckend: Selbst wenn man total gerädert und unmutig aufwacht – nach 2, 3 Minuten merkt man wie schlagartig Energie in Körper und Seele strömt. Auch wenn der innere Schweinehund manchmal laut bellt – wenn ich mich aufraffe, geben mir diese paar Minuten Motivation und Energie für den ganzen Tag. 

Das hilft gerade sehr – auch danach geht’s wie gewohnt mit Duschen, Anziehen usw. weiter. Zu viel Jogginghose ist nicht nur bequem sondern macht mich auch eher schlapp. Die Kleine darf natürlich gerade viel und auch mal lang im Schlafi rumtoben – ist zum Höhlen bauen und Purzelbaum üben gemütlicher als ne Jeans. Und so lange es (noch?) geht, gehen wir einmal am Tag eine Runde in den Wald oder machen eine Radtour durch die Felder.

Wie organisierst du dich so während des CHO?

Neben dem relativ festen Rhythmus was Essens- & Schlaf- & Officezeiten angeht, versuche ich auch meine Tasks je nach Prio zu sortieren und dann Step by Step abzuarbeiten. Tools wie Jira und Co. helfen aktuell mehr denn je, alles im Blick zu behalten. Ich mag sehr, dass wir uns täglich im Team-Daily, was jeden Tag um 13 Uhr per Video stattfindet, sehen und austauschen. Es tut gut, die anderen kurz zu sehen, zu schnacken wie es uns allen geht und gemeinsam die aktuellen Projekte zu besprechen.  

Was sind deine Erkenntnisse der ersten Woche?

Es geht besser als gedacht, auch wenn 24/7 zu dritt mit zwei Jobs schon jeden Tag eine Herausforderung sind. Aber ich bin dankbar, dass wir (jetzt gerade) gesund in einem schönen Zuhause zusammen sein dürfen – jeder, der gerade in einer Klinik, an einer Supermarktkasse oder in einem anderen Grundversorgung-sichernden Beruf arbeitet, leistet so viel mehr als wir!! Ich bin diesen Menschen zutiefst dankbar, dass ich hier gerade so sitzen darf. Es ärgert mich, wenn Leute stöhnen, weil sie zu zuhause bleiben müssen – ich würde eher von „dürfen“ sprechen. Dieser Spruch „Our grandparents were called to war. We´re called to sit on a couch“ trifft es meiner Meinung nach sehr gut.

Das Team hält toll zusammen, alle versuchen das Beste aus der Situation zu machen und neue und vor allem in der jetzigen Situation sinnvolle Konzepte zu entwickeln und umzusetzen – auch das finde ich nicht selbstverständlich und eine coole Erkenntnis.

Es ist schön zu sehen, wie neue kleine Familientraditionen entstehen: Um 11 gibt es einen Espresso für uns und für die Kleine einen „Capuccino“ (nur Milchschaum). Sie findet es super lässig etwas „wie die Großen“ zu trinken und ich bin sicher, diese neue Tradition werden wir auch nach der #stayathome Zeit an den Wochenenden beibehalten.

Abendliche Treffen mit Freunden finden gerade (also digital) fast häufiger als vor Corona statt – weil alle „Zeit haben“ – schön, Menschen zu hören und zu sehen, die man in der normalen Woche mit Kind und Kegel nicht häufig treffen kann. Ein weiteres Thema, für das ich dankbar bin – dass das heute alles technisch überhaupt so geht! 

Wie belohnst du dich für den Tag / die Woche / die Quarantäne?

Den Tag…

…mit nem Haken auf unserem 5-Wochen-Kitafrei-Plan (haben wir tatsächlich gebastelt und der grüne Haken am Abend ist ein kleines Erfolgserlebnis) und hin und wieder mit einem Glas Wein.

Die Woche…

…wurde letzte Woche mit ner großen Box Lego Duplo und einer Hubelino-Bahn belohnt – macht hier allen Spaß und hilft gerade sehr beim Spagat zwischen Aufmerksamkeit für die Kleine und unseren Jobs. 

Die Quarantäne…

…ist ja noch keine. Für die Corona-Zeit insgesamt werden wir uns mit schönen, freien, fröhlichen und gesunden Zeiten belohnen; mit Dankbarkeit diesen Wahnsinn gemeistert zu haben, mit Umarmungen voller Freudentränen in den Augen und Zusammenkünften mit anderen, mit denen wir das Leben feiern!

Wollt ihr mehr?

Lasst uns einen Kommentar in den sozialen Netzwerken da und euer Wunsch wird uns Befehl sein 😉

Empfohlene Beiträge