New Work kann auch anders

New Work beschäftigt uns weiterhin in jeglicher Form in unserer Arbeitswelt. Dabei spielt es keine Rolle, ob Arbeitgeber oder Arbeitnehmende, überall ist dieses allumfassende Schlagwort Thema. In vorherigen Artikel haben wir uns schon damit beschäftigt, wie es um New Work in Deutschland steht. Überall wird von der Arbeitsform der Zukunft gesprochen und kaum ein negatives Wort wird verloren. In diesem Artikel soll es aber um eine negative Auswirkung im Rahmen von New Work gehen: das hybride Arbeiten. Durch Corona und New Work ist die hybride Arbeitswelt in jedem Betrieb zum Standard geworden, wieso das nicht immer gut ist und welche Gefahren daraus entstehen, darum geht es in diesem Artikel. 

Hybrides Arbeiten sorgt für mehr Nach- als Vorteile

Die neue These von zwei Fachleuten lautet: “Das mittlere Management erlebt in der hybriden Arbeitswelt Überlastung, Erschöpfung und Überarbeitung.” Dazu haben Sie in einer umfassenden Befragung Anzeichen gefunden. Es geht im Folgenden um den Konflikt, modernere, flexiblere Arbeitsformen nicht aufgeben zu wollen und gleichzeitig der Überlastung Abhilfe zu schaffen. Die Ursachen benennen die Autoren dabei vor allem in den Videokonferenzen und Online-Meetings. Durch Corona hat sich die Arbeitswelt grundlegend geändert. Mitarbeitende kommen meist kaum noch ins Büro, Online-Meetings lassen keine Pausen zu. Es finden keine Gespräche vor oder nach den Meetings statt, sondern es geht direkt weiter in den nächsten virtuellen Konferenzraum. Vor allem das Ausbleiben dieser kleinen menschlichen Interaktionen wird als essenzielles Problem benannt. Dazu kommen allgemeine Probleme wie Personalmangel und Druck von oben. Zu diesem Druck vom Management, kommen Probleme dazu, wie, dass es kaum Regulierungen gibt und jedes Team intern eigene Regelungen vereinbart. Ein Team muss fünf Tage in der Woche im Office erscheinen und das andere nur einen Tag in der Woche. Dadurch entstehen Unstimmigkeiten und es mangelt an Fairness. Die Wahrscheinlichkeit Teilnehmer fachlich oder sozial abzuhängen wächst zudem online rasant an. Auch in den nackten Zahlen sieht man die beschriebenen Probleme: es berichten 67 Prozent von gestiegener Arbeitsbelastung, nur 5 Prozent sprechen von weniger Belastung. Zudem werden nahezu alle Arbeitsbereiche als ineffizienter beschrieben, 75 Prozent der Befragten sehen weniger Effizienz im Teambuilding, 67 Prozent im Onboarding und 38 Prozent bei Konfliktlösung im Team. Kein einziger Teilbereich wird von der Mehrheit als effizienter angesehen, die kleinsten Negativtrends ergeben sich jedoch in gesundheitlichen Vorgaben und bei der Arbeitssicherheit.

Was muss getan werden

Die Autoren schlagen zur Lösung dieses Konfliktes das “neue Führen” vor. Dabei geht es nicht darum, wieder vollständig auf analog zurückzustellen oder alles neu zu erlernen, sondern sich auf die Neuerungen einzulassen und zu lernen, konkret mit diesen umzugehen. Einer der Grundlagen ist dabei, dass der Arbeitgeber seinen Mitarbeitenden vertraut und akzeptiert, dass auch oder besonders im Homeoffice produktiv gearbeitet wird. Die fehlende Kontrolle sollte nicht mit akribischer Abnahme der geleisteten Arbeit quittiert werden. Natürlich ist es gelegentlich sinnvoll, Fortschritte zu prüfen, aber dies sollte nicht eine übergreifende Form annehmen. In Situationen, in denen es Ihnen als Arbeitgeber wichtig ist, dass ihre Mitarbeiter persönlich erscheinen, sollte nicht mit strenger Hand befohlen, sondern gute Gründe geliefert werden. Es ist viel einfacher, mit den Angestellten zusammenzuarbeiten, als gegen sie. Deshalb sollten Aufgaben immer klar gekennzeichnet werden, wofür ist es sinnvoll, persönlich zu erscheinen und wo es nicht unbedingt notwendig ist. Bei den Anwesenheitspflicht-Veranstaltungen raten die Autoren z. B. einen konkreten Tag in der Woche zu benennen, oder ein Meeting zum Monatsanfang in Präsenz durchzuführen. Dadurch nehmen sich die Arbeitnehmende bewusst Zeit und Präsenzmeeting werden effektiver und vor allem dem betreibenden Aufwand gerecht. Dieses neue hybride Führen ist auch eine Challenge in Videokonferenzen, in denen es ein hybrides Publikum gibt. Einige sind in Präsenz vor Ort und andere werden auf einem Bildschirm dazu geschaltet. Solche Meetings zu leiten erfordert Training, Aufmerksamkeit und viel Empathie. Durch das Üben dieser Skills schließt man mögliche Folgen, wie das  soziale und fachliche Abhängen von einzelnen Mitarbeitern aus. 

Wenn Sie dieser neuen Form des Arbeitens beibehalten wollen und offen für neues Lernen und Umdenken sind, werden Sie auch diese vermeintlich negative Seite von New Work meistern. Viel Erfolg beim Gelingen des neuen Führens. 

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