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Deutschlandticket Jobticket: Nutzen Sie den Arbeitgeberzuschuss

Eldo Hell
Belonio Benefit-Experte
Hand eines Geschäftsmannes, der auf dem Bahnsteig ein Ticket locht
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Das Deutschlandticket als Jobticket ist nicht nur eine Möglichkeit, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu motivieren und ans Unternehmen zu binden, sondern es bietet auch steuerliche Vorteile. Arbeitgeberleistungen in Form von Barzuschüssen oder bei Gewährung eines Jobtickets für Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln im Personennahverkehr können lohnsteuerfrei bleiben. Angekündigt als 49-Euro-Ticket, tritt das seit 1. Mai 2023 erhältliche Deutschlandticket die Nachfolge des erfolgreichen 9-Euro-Tickets an. Bund und Länder haben sich darauf verständigt, den Tarifjungle und das Reisen mit Bus und Bahn deutlich zu vereinfachen und den ÖPNV zu stärken. Da dies auch unzählige Berufspendler betrifft, zeigen wir in diesem Artikel, wie das Deutschlandticket als Jobticket genutzt werden kann und ob ein Arbeitgeberzuschuss möglich ist.

Deutschlandticket als Jobticket mit Arbeitgeberzuschuss – Worum geht’s?

Das Deutschlandticket

Das Deutschland-Ticket ist ein seit dem 1. Mai erhältliches Angebot der Bundesregierung, mit dem Reisende deutschlandweit den öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) sowie den Schienenpersonennahverkehr (SPNV) aller teilnehmenden Verkehrsunternehmen, Landestarife und Verkehrsverbünde nutzen können. Es kann für monatlich 63 Euro erworben werden. Das 49-Euro-Ticket galt als Einführungspreis, der seit 2024 dynamisch an die Inflation angepasst wird. Das Ticket kann bei allen Verkehrsunternehmen und -verbünden erworben werden und ist bundesweit gültig, ausgenommen sind der Fernverkehr und Fahrten in der ersten Klasse. Es wird hauptsächlich digital angeboten, aber bis Ende 2023 können Verkehrsunternehmen, die noch nicht digitalisiert sind, ein Papierticket mit QR-Code ausgeben. Das personengebundene Deutschland-Ticket ist nicht übertragbar und nur gültig in Verbindung mit einem gültigen Lichtbildausweis.

Es gibt auch die Möglichkeit, das Deutschlandticket als Jobticket anzubieten. Aber auch für Studierende gibt es eine optionale Upgrade-Lösung, bei der sie den Differenzbetrag zwischen Deutschland- und Semesterticket bezahlen können. Die Finanzierung erfolgt durch den Bund und die Länder, die jeweils jährlich 1,5 Milliarden Euro zum Verlustausgleich bereitstellen. Das Deutschland-Ticket dient als Anreiz zum Umstieg vom Auto auf Bus und Bahn und ist damit ein Baustein zum Erreichen der Klimaziele.

Das Jobticket

Jobtickets sind spezielle Fahrkarten, die von Unternehmen oder Behörden für ihre Mitarbeitenden erworben und oft zu Sonderkonditionen angeboten werden. Sie basieren auf einem Beförderungsvertrag zwischen einem Verkehrsunternehmen oder einem Verkehrsverbund und einem Unternehmen oder einer Behörde. Jobtickets können als Monats- oder Jahresfahrkarten für bestimmte Strecken oder das gesamte Netz gelten. Sie sind oft günstiger als reguläre Zeitkarten und können daher einen Anreiz für Arbeitnehmer bieten, den ÖPNV zu nutzen, insbesondere in ländlichen Gebieten, wo die Wege zur Arbeit oft weit sind. Jobtickets können auch am Wochenende genutzt werden und bieten oft großzügige Mitnahmeregelungen für weitere Personen und Fahrräder. Sie fördern eine Verlagerung vom Individualverkehr zum öffentlichen Verkehr, was zu weniger Staus, niedrigeren Emissionen und einer geringeren Lärmbelastung führt. Für Unternehmen ist das Jobticket auch ein Mittel, um die Umweltbilanz zu verbessern und die Attraktivität als Arbeitgeber zu steigern.

Seit 2019 sind Arbeitgeberleistungen für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte mit öffentlichen Verkehrsmitteln steuerfrei, sofern sie zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn erbracht werden.

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Arbeitgeberzuschuss zum Deutschlandticket – das ist möglich!

Seit dem 1. Januar 2019 können Arbeitgeber, gemäß §3 Nr.15 EStG, Jobtickets oder Barzuschüsse für Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln im Personennahverkehr als steuerfreie Sachbezüge anbieten. Ein Beispiel dafür ist auch das Deutschland-Ticket. Der Gesetzgeber bietet Arbeitgebern verschiedene Möglichkeiten, ihren Mitarbeitern das Ticket kostengünstig zu bezuschussen oder vollständig zu übernehmen:

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  • Das Deutschlandticket als Jobticket
  • Das Deutschlandticket im Rahmen eines Mobilitätsbudgets

Das Deutschlandticket als Jobticket

Wie beim vorherigen, regulären Jobticket vom lokalen Verkehrsverbund erwirbt das Unternehmen in dieser Variante das Deutschland-Ticket auf eigene Rechnung bei der Deutschen Bahn selbst und gibt es anschließend an seine Mitarbeitenden weiter. Hierbei kann das Deutschlandticket als Jobticket über den steuerfreien ÖPNV-Zuschuss nach § 3 Nr. 15 EStG abgerechnet werden. Wenn ein Arbeitgeber mindestens ein Viertel des Monatspreises pro Ticket übernimmt, kann ein zusätzlicher Rabatt von 5 Prozent gewährt werden. Dies ermöglicht den Arbeitnehmern eine Ersparnis von insgesamt 30 Prozent, wodurch der Preis von 63,00 Euro auf nur 44,10 Euro reduziert wird. Natürlich steht es Arbeitgebern auch frei, einen höheren Zuschuss zu zahlen.

Mitarbeiter, die bereits ein Jobticket für ihre täglichen Arbeitswege nutzen, müssen gemäß den Vorschriften des Bundes keine eigenen Schritte unternehmen. Kunden, die bereits ein vergleichbares Ticket verwenden, werden von der Deutschen Bahn über das neue Angebot in Kenntnis gesetzt und können dann auswählen, welches Abonnement sie zukünftig nutzen möchten. Die meisten Jobtickets, einschließlich des Deutschlandticket-Abos, können monatlich gekündigt werden.

Die Vorteile

  • 5 Prozent Rabatt: Statt 63 Euro zahlen Arbeitgeber nur 59,85 Euro pro Ticket
  • Weniger Lohnnebenkosten: Im Vergleich zu einer regulären Gehaltserhöhung sparen Unternehmen rund 20 Prozent Lohnnebenkosten. Auch die Mitarbeitenden sparen Steuern und Sozialabgaben.

Die Nachteile

  • Administrative Belastung: Bei der Einführung eines Jobtickets sind Arbeitgeber für die gesamte Organisation und Verwaltung verantwortlich. Dies beinhaltet die manuelle Erfassung der berechtigten Mitarbeiter, den Erwerb der Jobtickets, die Ausgabe der Tickets an die Mitarbeiter sowie die Eintragung in das Gehaltskonto.
  • Nur ÖPNV möglich: Carsharing, E-Scooter, ICE oder Fernbusse sind mit dem Jobticket nicht abgedeckt.

Das Deutschlandticket im Rahmen eines Mobilitätsbudgets

Im Vergleich zum Deutschlandticket als Jobticket erwirbt der Angestellte das Ticket eigenständig und bekommt eine Rückerstattung vom Arbeitgeber, üblicherweise als Barlohn über die Lohnabrechnung. Seit 2019 ist der Zuschuss für den öffentlichen Nahverkehr in Form einer Rückerstattung (wie zum Beispiel die Rückerstattung eines Deutschlandtickets) steuerfrei. Dies gilt auch zusätzlich zu bereits gewährten Sachleistungen. Daher können beispielsweise Gutscheine als Sachleistung für Mitarbeiter und das Deutschland-Ticket zu insgesamt über 110 Euro kombiniert und somit deutlich mehr steuerfreie Vorteile für die Mitarbeiter bereitgestellt werden.

Die Vorteile

  • Mehr Flexibilität: Mitarbeitende sind nicht auf den ÖPNV beschränkt und können z. B. auch ICE oder Fernbusse nutzen.
  • Weniger Lohnnebenkosten
  • Geringe administrative Belastung, wenn Belegprüfung über Anbieter wie Belonio digital abgewickelt wird.
  • Weiterer steuerfreier Sachbezug von 50 € möglich (z. B. Gutscheine).

Die Nachteile

Für mehr Flexibilität muss der Mitarbeitende tätig werden und Tickets und Belege abgeben. Der Aufwand hält sich aber in Grenzen: Bei Belonio können die Belege einfach und bequem per Fotofunktion in der App hochgeladen werden.

Fazit

Das Deutschlandticket als Jobticket bietet sowohl für Arbeitgeber als auch für Arbeitnehmer zahlreiche Vorteile. Es dient nicht nur als effektives Mittel zur Mitarbeiterbindung und -motivation, sondern bietet auch steuerliche Vorteile. Darüber hinaus trägt es zur Förderung des öffentlichen Nahverkehrs und zur Erreichung der Klimaziele bei.

Es gibt zwei Möglichkeiten, wie Arbeitgeber das Deutschland-Ticket ihren Mitarbeitern zur Verfügung stellen können: als Jobticket oder im Rahmen eines Mobilitätsbudgets. Beide Optionen haben ihre Vor- und Nachteile. Während das Deutschlandticket als Jobticket einen Rabatt und weniger Lohnnebenkosten bietet, erfordert es eine höhere administrative Belastung und beschränkt die Mitarbeiter auf den ÖPNV. Das Deutschlandticket im Rahmen eines Mobilitätsbudgets bietet mehr Flexibilität und geringere administrative Belastung, erfordert jedoch mehr Engagement von den Mitarbeitern.

Insgesamt ist das Deutschlandticket als Jobticket eine hervorragende Möglichkeit für Arbeitgeber, ihre Mitarbeiter zu unterstützen, die Umwelt zu schützen und gleichzeitig von steuerlichen Vorteilen zu profitieren. Es ist eine lohnende Investition, die Teil eines umfassenden Corporate Benefit Programms sein sollte.

Die wichtigsten Fragen – FAQ

Was ist der Unterschied zwischen Jobticket und Deutschlandticket?

Mit einem Deutschland-Ticket kann deutschlandweit im ÖPNV und im Schienenpersonennahverkehr (SPNV) aller teilnehmenden Verkehrsunternehmen, Landestarife und Verkehrsverbünde gefahren werden. Mit dem Jobticket sollen primär die Fahrten zur Arbeitsstätte ermöglicht werden, wodurch sie meistens auf bestimmte Tarifgebiete beschränkt sind. Beide Tickets sind personengebunden und nicht auf andere Personen übertragbar. Die Nutzung des Deutschlandtickets als Jobticket ist möglich.

Was kostet das Deutschlandticket als Jobticket?

Das Deutschlandticket kostet 63 Euro pro Monat. Die Konditionen für das Jobticket werden zwischen Verkehrsverbund und Unternehmen individuell ausgehandelt. Wird das Deutschlandticket als Jobticket genutzt, können Mitarbeitende es 30 Prozent günstiger bekommen (44,10 €), wenn der Arbeitgeber einen Zuschuss von mindestens 25 Prozent auf den Ausgabepreis des Tickets leistet. Als Benefit im Rahmen des steuerfreien Sachbezugs (50 € pro Monat) und im Zuge eines Mobilitätsbudgets, können Arbeitgeber das Deutschlandticket als Jobticket zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Lohn auch komplett übernehmen. 

Ist das Deutschlandticket als Jobticket steuerfrei? 

Ja, das Deutschlandticket als Jobticket ist steuerfrei. Arbeitgeber haben die Möglichkeit, ihren Mitarbeitern das Deutschlandticket im Zuge eines flexiblen Mobilitätsbudgets als steuerfreies Benefit zu erstatten.

Wird das Jobticket automatisch zum Deutschlandticket?     

Das Deutschlandticket ist als monatliches Abonnement erhältlich, das jederzeit gekündigt werden kann. In der Regel müssen diejenigen, die bereits ein Abonnement oder ein Jobticket haben, keine zusätzlichen Schritte unternehmen. Sie werden von ihrem Abonnement-Service über die nächsten Schritte informiert. Es liegt in ihrer Entscheidung, ob sie ihr derzeitiges Abonnement beibehalten oder zum Deutschlandticket wechseln möchten.

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Eldo Hell
Eldo Hell versorgt die Leser:innen im Journal und Glossar mit neuen Inhalten: Was tut sich in der HR-Welt? Wie lässt sich Lohn am besten gestalten? Als studierter Germanist und Philosoph interessieren ihn besonders die gesellschaftlichen Auswirkungen und Möglichkeiten einer progressiven Lohngestaltung.

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